Die Auswirkungen eines Geschiebe führenden Zubringers auf die Verlandungssituation im Unterwasser eines Laufkraftwerkes

Im Rahmen eines nachhaltigen Sedimentmanagements der Kraftwerkskette an der mittleren Salzach in Österreich kommt es zu annähernd jährlichen Staulegungen und damit auch zu Stauraumspülungen. Die entlandeten Sedimente werden häufig im Unterwasserbereich, v. a. im Turbinenauslaufbereich abgelagert. Im Laufe der Modelluntersuchungen des KW St. Veit stellte sich heraus, dass die angenommenen Randbedingungen offensichtlich falsch sind, da sich in der Natur mehr Sedimente als erwartet abgelagert haben. Ein unterliegender, stark Sediment einstoßender Zubringer konnte dafür verantwortlich gemacht werden. In weiterführenden Modellversuchen konnte eine Lösung gefunden werden, die die bisherige Situation erheblich entschärft.

Für die energiewirtschaftliche Nutzung an der mittleren Salzach in Österreich wurden ab 1982 bis heute sieben Laufkraftwerke errichtet. Momentan befindet sich ein achtes Kraftwerk am Ende der Staukette in der Planungsphase. Die Kraftwerke werden entweder als Gemeinschaftskraftwerke der Verbund Hydro Power AG und der Salzburg AG oder, wie im Fall der näher untersuchten Kraftwerksanlage St. Veit, nur von der Verbund Hydro Power AG betrieben.
Während hydrologisch trockener Jahre konnte v. a. beim Kraftwerk St. Veit beobachtet werden, dass sich im Unterwasserbereich direkt beim Turbinenauslauf nach den Staulegungen verstärkt Sedimente ablagern. Dies ist neben den hydrologischen Gründen aber auch darauf zurückzuführen, dass unterwasserseitig von Laufkraftwerken ein im Gegensatz zum ursprünglichen Fließgewässer deutlich breiteres Flussbett gegeben ist. Die Begründung dafür liegt in der nebeneinander liegenden Anordnung von Wehranlage und Krafthaus. Zusätzlich verringern die aus energiewirtschaftlichen Gründen üblicherweise vorgenommenen Sohleneintiefungen des Unterwassers die Schleppspannungen und verstärken somit die Verlandungstendenz. Beim Kraftwerk St. Veit nahmen die Verlandungen bereits Ausmaße an, welche die Fallhöhe reduzierten und damit signifikante wirtschaftliche Einbußen bedeuteten.
Aus diesem Grunde beauftragte die Verbund Hydro Power AG (vormals AHP) das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Graz mit einem physikalischen Modellversuch, um eine Lösung des Verlandungsproblems zu finden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 7-8 / 2011 (August 2011)
Seiten: 6
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Dr. Josef Schneider
Mag. Dipl.-Ing. Christine Sindelar
Dipl.-Ing. Rupert Feldbacher
Dipl.-Ing. Dr. Helmut Knoblauch
 
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