Nahrungs- und Küchenabfälle - Potenziale, Nutzung und Auswirkungen auf die Prozesskette Biogutverwertung (Forschungsvorhaben Bio-OPTI)

Im Forschungsvorhaben Bio-OPTI wurden Optimierungsansätze zur Getrennterfassung von Nahrungs- und Küchenabfällen (NuK) privater Haushalte sowie zu deren Verwertung in integrierten Vergärungs- und Kompostierungsanlagen entwickelt. Das Gesamtpotenzial von NuK in Deutschland wurde auf rund 80 kg/E*a geschätzt, von denen lediglich 20 % bereits über die Biotonne erfasst werden. Daneben wurde die Erfassung von NuK in privaten Haushalten und durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) umfangreich dokumentiert und analysiert.

Nahrungs- und Küchenabfälle (NuK) aus privaten Haushaltungen werden im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) explizit als ein Teil der überlassungspflichtigen Bioabfälle genannt, die spätestens ab dem 01. Januar 2015 in Deutschland getrennt zu sammeln sind. Üblicherweise wird diese Sammlung im Holsystem mit der Biotonne durchgeführt. Dabei werden jährlich rund 4,5 Mio. Mg Biogut aus privaten Haushalten gesammelt, wobei der Anteil der NuK im Biogut je nach Jahreszeit und Bebauungsstruktur bei ca. 20 bis 50 % liegt. Dem gegenüber steht eine Menge von rund 4,7 Mio. Mg Bioabfälle aus privaten Haushalten, die über den Restmüll entsorgt werden, wobei der Anteil der NuK im Hausmüll je nach Siedlungsstruktur und Biotonnenanschluss bei ca. 20 bis 40 % liegt.

Aufgrund der bislang unzureichend umgesetzten Verpflichtung zur Getrenntsammlung von Bioabfällen hatten Anfang 2016 immer noch 14 % der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) kein Angebot zur getrennten Bioguterfassung, während ein solches Angebot bereits bei 83 % der örE flächendeckend und bei 4 % der örE in Teilgebieten bestand. Dies ist nur ein geringer Anstieg des Angebots im Vergleich zum Jahr 2014, für das entsprechend der tatsächlichen Anschlussgrade an die getrennte Bioguterfassung eine Anzahl von ca. 37 Mio. Einwohnern - und damit weniger als die Hälfte der Bevölkerung - ermittelt wurde, die eine Biotonne nutzen.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 29. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (Mai 2017)
Seiten: 20
Preis: € 10,00
Autor: Dr. Felix Richter
Dipl.-Ing. Thomas Raussen
Dipl.-Ing. Jörg Siepenkothen
Jana Wagner
Dr.-Ing. Michael Kern
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren



Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Erwartete Auswirkungen der Novellierung der TA-Luft
© Universität Stuttgart - ISWA (7/2019)
PowerPoint-Präsentation Anforderungen an Anlagen => neue TA-Luft • Neuer Referentenentwurf der TA-Luft wurde am 27.07.2018 durch das BMU veröffentlicht. • Umfangreiche Diskussionen zur TA-Luft (Inkrafttreten schwer abschätzbar 2019/2020) • Teile der TRAS 120 (2-Schaligkeit Gasspeicher) im Entwurf enthalten => Gefahr, dass Anforderungen auseinanderdriften und unterschiedlich in TRAS 120 und TA-Luft stehen. … Autor: M. Sc. Ulrich Drochner (Awiplan-PPD GmbH)

Anlagensicherheit: Erfahrungen mit der Prüfung von Vergärungsanlagen vor dem Hintergrund der neuen TRAS 120
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2019)
Vergärungsanlagen müssen nach Betriebssicherheitsverordnung bzw. Vorgaben durch die Behörde vor Inbetriebnahme bzw. wiederkehrend geprüft werden. Dabei wird eine Dokumentenprüfung sowie eine Vor-Ort-Prüfung durchgeführt. Dabei geht es letztendlich darum festzustellen, ob die Anlage dem Stand der Technik bzw. dem Stand der Sicherheitstechnik genügt, also z. B. die einschlägigen Regelwerke und Rechtsnormen erfüllt werden.

Stand der Bioabfallvergärung in Deutschland - Hemmnisanalyse für den weiteren Ausbau
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2018)
Der Beitrag ist Teil der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt 'Bio-DYN - Hemmnisanalyse für den dynamisierten Ausbau der Vergärung kommunalen Bioguts in Deutschland' (Systematische Identifikation und Analyse von Hemmnissen, Erfahrungen und Erfolgsfaktoren mit der Vergärung von kommunalem Biogut in Verbindung mit einer akzeptanzfördernden Kommunikationsstrategie zur Dynamisierung des Ausbauprozesses),welches im Rahmen der Förderung von Vorhaben zur Optimierung der energetischen Biomassenutzung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom Witzenhausen-Institut durchgeführt wurde und Ende 2018 abgeschlossen wird.

Synergien durch Anlagenkombinationen auf Biogasanlagen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Getrennt gesammelte Bioabfälle sind ein wertvoller Sekundärrohstoff und sollten möglichst energetisch als auch stofflich verwertet werden. Fehlwürfe bei der Sammlung bedingen sowohl eine aufwändige als auch kostenintensive Abfallaufbereitung in Hinblick auf Investitions- und Instandhaltungskosten vor der Vergärung bzw. nach der Kompostierung.

Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft in der Freien und Hansestadt Hamburg - Zentrum für Ressourcen und Energie
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Auf dem Standort der ehemaligen Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor in Hamburg wird ein neues Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) errichtet. Das ZRE ist ein Zusammenschluss von fünf Teilanlagen, die das gesamte Hausmüllaufkommen der Stadtteile im Hamburger Nordwesten verarbeiten. In einem ersten Schritt werden der Abfall sortiert, Wertstoffe gewonnen und eine abfallstämmige Biofraktion sowie ein Ersatzbrennstoff erzeugt. Die einzelnen Stoffströme werden in nachgeschalteten Anlagen weiterbehandelt und Biogas, Fernwärme und elektrische Energie erzeugt. Das ZRE wird seinen vollständigen Betrieb Ende des 1. Quartals 2023 aufnehmen.