Korrosionsschutz im Feuerfestbereich

Korrosion im Feuerfestbereich von Müllverbrennungsanlagen tritt nicht nur an den dem Rauchgas zugewandten Oberflächen der keramischen Platten auf, sondern auch in der Tiefe keramischer Platten und Stampfmassen.

Um das Feuerfestmaterial vor Korrosion zu schützen sollte angestrebt werden, an der Oberfläche des Materials Zn-haltige Melilithe, gemäß Gl. 2b, mit dem Rauchgas zu bilden. Das dabei freiwerdende Chlor kann im Rauchgasstrom weitertransportiert und damit die Diffusion in die Feuerfestplatte reduziert bzw. erschwert werden. Dadurch wird das darunter liegende Kesselrohr weniger korrodiert und es wird das gegenläufige Diffusionspotenzial unterdrückt. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die thermischen Eigenschaften von Zn-Melilith seine Fähigkeiten begünstigen, als Feuerfestmaterial in Anwesenheit einer oxy-chloridischen Gasphase stabil und einsatzfähig zu sein. Es konnten Precursor-Materialien gefunden werden, die auf Grund ihrer raschen Kinetik als Additive eingesetzt werden können. Die kinetischen Parameter der Bildungsreaktion sind noch nicht quantifiziert, aber die vorliegenden experimentellen Daten deuten auf eine sehr rasche Kinetik hin, da Zn-Melilith ohne Anwesenheit von Kristallkeimen spontan nukleiert. Die Fixierung von Chlor in Phasen mit Ultramarin-Struktur zeigt ihr Potenzial für den Einsatz als Speichermineral für Chlor. Dadurch würde die Salzfracht reduziert und das Asche/Salz- Verhältnis verbessert, was nach Spiegel et al. ein Maß der Korrosion darstellt [7]. Dies eröff net auch eine neue Möglichkeit der Korrosionsverhinderung an den metallischen Teilen einer Müllverbrennungsanlage.

In Biomasseverbrennungsanlagen spielt die Korrosion durch Kalium bzw. KOH die entscheidende Rolle auf Grund des hohen Diff usionskoeffizienten durch nitridgebundene SiC-Platten und Stampfmassen. Möglichkeiten der Korrosionsverhinderung durch Fixierung von Kalium in Speichermineralen existieren nicht, jedoch könnte durch entsprechende Zusammensetzung der Bindemittelmatrix das Diffusionspotenzial von KOH durch die SiC-Keramiken vermindert und dadurch eine Korrosionsverhinderung unterstützt werden.



Copyright: © OTH Amberg-Weiden
Quelle: Korrosion in Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung (Juni 2006)
Seiten: 19
Preis: € 0,00
Autor: Prof. Dr. Karl Thomas Fehr
Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich
 
 Artikel nach Login kostenfrei anzeigen
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.