Im Bereich der Abwasserreinigung entsprechen biologische Verfahren dem Stand der Technik und sind auch zur Behandlung der in Abwasserreinigungsanlagen anfallenden Klärschlämme sowie zur Verwertung von Abfällen in Kompostierungs- und Vergärungsanlagen etabliert.
In allen genannten Bereichen, in denen biologische Verfahren eingesetzt werden, wird Korrosion beobachtet, die oftmals ebenfalls durch Mikroorganismen bzw. deren Stoff - wechselprodukte induziert wird und bei der Auswahl der eingesetzten Werkstoff e und der Betriebsbedingungen der Anlage besonders beachtet werden muss. Neben den unterschiedlichen Formen der chemischen und physikalischen Korrosion ist insbesondere die Biokorrosion in biologischen Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung zu beachten. Die Ausbildung eines Biofi lms auf den eingesetzten Werkstoff en bildet die Keimzelle“ für eine mögliche Korrosion dieser Werkstoff e durch die Mikroorganismen im Biofi lm selbst oder deren Stoff wechselprodukte. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei der unter anaeroben Bedingungen aus organischen Schwefelverbindungen oder Sulfaten gebildete Schwefelwasserstoff ein. Die überwiegende Menge des in der Natur auftretenden Schwefelwasserstoff s entsteht durch die dissimilatorische Sulfatreduktion durch unter strikt anaeroben Bedingungen lebende sulfatreduzierende Mikroorganismen. Sulfat fungiert in diesem Fall als Elektronenakzeptor, wobei Sulfi d in Form von Schwefelwasserstoff gebildet wird. Sulfatreduzierende Mikroorganismen spielen auch bei der anaeroben Biokorrosion von Eisen eine entscheidende Rolle. Neuere Untersuchungen zeigen einen neuen, noch nicht vollständig aufgeklärten Zusammenhang zwischen den Stoff wechselumsetzungen sulfatreduzierender Mikroorganismen und der anaeroben Biokorrosion von Eisen. Der unter anaeroben Bedingungen gebildete Schwefelwasserstoff wird unter aeroben Verhältnissen, aber auch von einer Vielzahl aerober Mikroorganismen, wiederum zu elementarem Schwefel bzw. bis hin zur Schwefelsäure oxidiert. Die biogene Schwefelsäurekorrosion ist in Verbindung mit der anaeroben Biokorrosion neben der gleichzeitig/zusätzlich auftretenden chemischen und physikalischen Korrosion Ursache für umfangreiche Schäden an biologischen Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung. Durch geeignete Materialauswahl, Kenntnisse der mikrobiologischen Zusammenhänge und verfahrenstechnische Umstellungen und Optimierungen lassen sich jedoch deutliche Verbesserungen erzielen, die zu niedrigeren Instandhaltungs- und Betriebskosten führen.
| Copyright: | © OTH Amberg-Weiden |
| Quelle: | Korrosion in Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung (Juni 2006) |
| Seiten: | 18 |
| Preis: | € 0,00 |
| Autor: | Prof. Dr. Stephan Prechtl Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich |
| Artikel nach Login kostenfrei anzeigen | |
| Artikel weiterempfehlen | |
| Artikel nach Login kommentieren | |
Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.
Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.
Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.