Eine Möglichkeit das Emissionspotenzial von Ablagerungen von Haus- und Gewerbemüll zu minimieren und somit die Nachsorgephase zu verkürzen, besteht in der Einstellung aerober Verhältnisse durch Niederdruckbelüftung, wie sie bereits in mehreren Pilotversuchen in Deutschland eingesetzt wurde.
Ein wesentlicher Effekt dieser Maßnahme ist, dass die für das Emissionsverhalten und damit für die Nachsorge maßgeblichen Parameter im Sickerwasser innerhalb weniger Jahre auf solche Konzentrationen gesenkt werden können, dass das Sickerwasser den Anforderungen für Indirekteinleitung laut österreichischer Abwasseremissionsverordnung, Deponiesickerwasser (BGBl. Nr. 263/2003) gerecht wird. Die Einstellung eines aeroben Milieus beschleunigt den Kohlenstoffumsatz beträchtlich. Dadurch wird auch das verbleibende Gasbildungspotenzial deutlich reduziert und es kommt zu einer Verlagerung des gasförmigen C-Austrags von CH4 zu CO2, was einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz darstellt. Im Rahmen des Verfahrensmonitorings solcher In-Situ Belüftungsmaßnahmen wurden bis jetzt neben der Beobachtung der Zusammensetzung des Deponiegases, der Temperaturentwicklung, der Setzungen des Deponiekörpers sowie der Bestimmung von Summenparametern, wie Glühverlust und TOC im Feststoff, insbesondere die Veränderung der Sickerwasserinhaltsstoffe TOC, CSB, BSB5, AOX und Ammonium herangezogen. Da Rückschlüsse auf den gesamten Deponiekörper aus den Konzentrationen im Sickerwasser aufgrund von bevorzugten Sickerwasserwegen problematisch sind, bzw. die Beprobung von Sickerwasser bei Altablagerung in den meisten Fällen nicht möglich ist, wird versucht diese Information über den Stabilisierungsgrad des Feststoffs zu erhalten. Weiters wird gezeigt welche
Möglichkeiten moderne, innovative Analysemethoden dafür
bieten.
Copyright: | © Verlag Abfall aktuell |
Quelle: | Band 29 - Deponietechnik 2006 (Mai 2006) |
Seiten: | 15 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | O.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Lechner Maria Tesar Dipl. Ing. Dr. Ena Smidt |
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