Zur Bewertung von Gefahren für das Grundwasser durch Verdachtsflächen oder altlastverdächtigen Flächen schreibt die Bundes- Bodenschutz- und Altlastenverordnung eine Sickerwasserprognose vor, die entsprechend dem Anhang 1 auf Grundlage verschiedener Verfahren durchgeführt wird. Laborative Untersuchungen haben dabei einen besonderen Stellenwert, da sie eine echte Prognose ermöglichen.
Die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Herstellung von Eluaten aus Bodenproben sind derzeit nicht ausreichend untersetzt. Die DIN V 19736 für Säulenversuche ist zurückgezogen worden und die Durchführung des Bodensättigungsextraktes (BSE) zur Gewinnung von Porenwasser erscheint kaum praktikabel. Daher ist es erforderlich, eine einheitliche, praktikable, vergleichbare und ausschreibungsfähige Vorgehensweise festzuschreiben.
Im Zeitraum 2002/2003 erfolgte die Erarbeitung von Musterleistungsbeschreibungen (MLB) mit Musterleistungsverzeichnissen (MLV) für laborative Untersuchungen zur Sickerwasserprognose durch die BGD Boden- und Grundwasserlabor GmbH Dresden im Auftrag des Landesamtes für Umwelt und Geologie und unter wissenschaftlicher Begleitung der TU Dresden, Institut für Abfall und Altlasten. Die Methode der Quelltermuntersuchungen wurde an Einzelfällen im Staatlichen Umweltfachamt Leipzig getestet. Mit der Einstellung im Internet unter dem Fachinformationssystem Altlasten werden die MLB mit MLV zur Anwendung empfohlen (downloadbar unter www.umwelt. sachsen.de/lfug). Der modulare Aufbau gestattet eine Anwendung in Abhängigkeit vom Einzelfall. Für kleinere Einzelfälle genügt ggf. die Durchführung von Quelltermuntersuchungen, um eine Abschätzung zur Sickerwasserprognose durchführen zu können. Im Vorfeld und anhand der Ergebnisse der orientierenden Untersuchung hat eine gezielte Probennahme (Linerkernproben) zu erfolgen, um repräsentative Proben hinsichtlich Schadstoffen und Bodenaufbau zu gewinnen. Zur Reflektion des möglichen Spektrums hinsichtlich Schadstoffen und Boden werden i. d. R. drei Linerkernproben (aus gering, mittel, hoch kontaminierten Bereich) untersucht.
Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
Quelle: | Wasser und Abfall 10/2004 (Oktober 2005) |
Seiten: | 4 |
Preis: | € 10,90 |
Autor: | Dipl.-Ing. Antje Sohr Dipl.-Ing. Peter Börke Dr. Claus Nitsche Prof. Dr. rer. nat. Peter Werner Dipl.-Biol. Helmut Lorbeer |
Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
Artikel weiterempfehlen | |
Artikel nach Login kommentieren |
carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der
Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.
Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.
Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.