Für die energetische Verwertung feuchter, relativ strukturarmer organischer Stoffe bietet sich deren Umsetzung zu Biogas an. Biogas wird überwiegend in Blockheizkraftwerken (BHKW) zu Strom und Wärme umgewandelt. Aufgrund oftmals fehlender Wärmeabnehmer ergeben sich bei der motorischen Nutzung in BHKW vergleichsweise niedrige Gesamtwirkungsgrade. Durch Aufbereitung, Einspeisung in vorhandene Erdgasnetze und anschließender Nutzung als Erdgassubstitut ist eine energieeffizientere Nutzung von Biogas möglich. Die Qualität von Biogas wird durch dessen Gehalt an Methan, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff, Ammoniak und weiteren Spurengasen (z.B. halogenhaltige Verbindungen, Siloxane) sowie Wasserdampf bestimmt.
Um eine Verwertung von Biogas als Erdgassubstitut zu ermöglichen, ist die Entfernung oder zumindest eine Reduktion dieser Nebenbestandteile erforderlich. Die Salzburg AG plant die Errichtung einer Biogasanlage mit nachfolgender Einspeisung in ein Hochdrucknetz. Das erzeugte Biogas wird in mehreren Schritten aufgereinigt. Der erste Schritt der Gasreinigung ist die Entschwefelung. Diese erfolgt in einer Reaktivabsorptionskolonne mittels dreiwertigen Eisensalzen. Die Eisensalze werden in einem nachfolgenden Reaktor biologisch rückgewonnen. Anschließend wird das Biogas durch Abkühlung vorgetrocknet und einem Aktivkohleadsorber zugeführt. Dort werden noch vorhandener Schwefelwasserstoff sowie weitere möglicherweise im Biogas enthaltene Schadkomponenten, beispielsweise Siloxane und halogenierte Kohlenwasserstoffe, entfernt. Vor Verdichtung auf Netzdruck erfolgt eine Adsorptionstrocknung. In einem statischen Mischer wird das verdichtete Biogas mit der erforderlichen Menge Erdgas zusammengeführt, so dass am Einspeisepunkt die Kriterien der ÖVWG Richtlinie G31 erfüllt sind.
| Copyright: | © OTH Amberg-Weiden |
| Quelle: | Energie aus Biomasse und Abfall (Juli 2005) |
| Seiten: | 16 |
| Preis: | € 0,00 |
| Autor: | Dipl.-Ing. Ralf Schneider |
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