Grenzwertkonzept der Bundesregierung

Im Zusammenhang mit der Neuorientierung der Agrarpolitik stehen derzeit auch die Vorgaben für die Begrenzung von Schadstoffeinträgen durch Düngemittel auf landwirtschaftlich genutzte Flächen auf dem Prüfstand.

Die BSE-Krise und die begonnene, derzeit ins Stocken geratene, Novellierung der EUKlärschlammrichtlinie haben zusätzlich dazu geführt, dass insbesondere die Klärschlammverwertung grundsätzlich und insgesamt in Frage gestellt wird. Erwartungsgemäß hat die Diskussion über die Klärschlammverwertung auch auf den Bereich der Bioabfälle sowie auf landwirtschaftliche Wirtschaftsdünger übergegriffen. Zukünftig sollte bei diesen Materialien angestrebt werden, dass sie unter Einhaltung gleich strenger Maßstäbe zur Düngung eingesetzt werden, um Bodenanreicherungen von Schadstoffen auch langfristig zu verhindern.

Am 26.4. diesen Jahres hat der Bundesrat (Plenum) mit überaus deutlicher Mehrheit eine Entschließung zum Verbot der Klärschlammverwertung abgelehnt. Der Bundesrat hat an Stelle des Antrages zum Verbot der Klärschlammverwertung einen moderateren Alternativtext beschlossen, der u.a. deutliche Verschärfungen bei den Grenzwerten und zusätzliche Anforderungen an organische Schadstoffe sowie an die Hygiene fordert. In der Antragsbegründung wird darauf hingewiesen, dass ein vollständiges Klärschlammverbot „wissenschaftlich, volkswirtschaftlich und fachlich nicht zu rechtfertigen ist“.



Copyright: © HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fakultät Ressourcenmanagement
Quelle: 63. Informationsgespräch (Dezember 2003)
Seiten: 24
Preis: € 0,00
Autor: RDir Dr. Claus-Gerhard Bergs
 
 Artikel nach Login kostenfrei anzeigen
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.

Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.

Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.