In den meisten der Bundesländer Österreichs haben sich mittlerweile Sammelsysteme etabliert, die Speiseöle und –fette getrennt erfassen und einer Verwertung zuführen. Die getrennte Erfassung erfolgt nicht immer flächendeckend, zielt aber sowohl auf gewerbliche Einrichtungen als auch auf private Haushalte ab.
Die Sammlung erfolgt meist über Mehrwegbehältnisse, die an zentralen Sammelorten erfasst und über Gitterboxen als Transportsystem zu zentralen Aufbereitungs- und Verwertungsanlagen verbracht werden.
Auch im Bundesland Vorarlberg wurde 2003 ÖLI als neues Mehrweg-Sammelsystem für Altspeisefette/-öle vorgestellt. Konsumenten erhalten auf den Sammelzweck hin optimierte ÖLI-Eimer, die dicht schließen und 3l fassen. Für die Erfassung aus dem Gastronomiebereich stehen entsprechend größere Sammelgefäße (26l) zur Verfügung.
Mit einer getrennten Erfassung dieser Abfälle soll vermieden werden, dass diese weiterhin über das Abwasser entsorgt werden, da so hartnäckige Ablagerungen in den Rohrsystemen entstehen und teure Reinigungs- und Reparaturarbeiten notwendig machen. Zusätzlich steigen die Kosten in der Abwasserreinigung. Über die getrennte Erfassung sollen aber nicht nur Schäden vermieden werden, die Fette und Öle stellen einen wertvollen Rohstoff bzw. Energielieferanten dar und sollen deshalb möglichst hochwertig verwertet werden.
Zur Nutzung dieses Potenzials stehen prinzipiell mehrere Optionen der Energieumwandlung offen. Hierfür werden in Vorarlberg derzeit folgende Wege entweder bereits begangen oder für die Zukunft als relevant betrachtet:
Einsatz in Faulbehältern von Kläranlagen,
Einsatz in landwirtschaftlichen Biogasanlagen,
Einsatz in Bioabfallvergärungsanlagen,
Reinigung und Einsatz in Blockheizkraftwerken,
Erzeugung von Biodiesel nach Reinigung und Umesterung.
Copyright: | © HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fakultät Ressourcenmanagement |
Quelle: | 65. Informationsgespräch (Dezember 2004) |
Seiten: | 13 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Dipl.-Geogr. Florian Knappe Dipl.-Ing. Regine Vogt Dr.-Ing. Wolfgang Müller |
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