Aufgrund weiter steigender Altpapiereinsatzquoten und somit steigender Reststoffmengen in der Papierindustrie sind neue stoffliche Verwertungsverfahren gefragt. Die Firma RETEC Recycling, Entwicklungs- und Technologiegesellschaft mbH aus Neubrandenburg stellt ein Sorptionsgranulat auf Altpapierbasis her, welches einer weiteren Optimierung in Bezug auf die erschlossenen Anwendungsfelder bedarf.
So entstand die Idee des Einsatzes von Reststoffen aus der Papierindustrie zur Optimierung der Anwendungseigenschaften und einer Preissenkung bei deren Herstellung durch teilweise Substitution des Rohstoffs Altpapier.
In einem FuE-Vorhaben der Universität Rostock in Zusammenarbeit mit der Firma RETEC GmbH soll ein Verfahren zur ökologischen und ökonomischen Verwertung von Papierschlämmen, insbesondere Deinkingschlämmen, zu marktfähigen Sorptionsgranulaten entwickelt werden.
Die Beimengungen von Papierschlämmen zur Produktion von Sorptionsgranulaten ist nach heutiger Einschätzung ein äußerst interessanter Ansatz, da zum einen die Eingangsmaterialien bzw. Wertstoffe wie Altpapier und Wasser eingespart und gleichzeitig durch Abnahme des Papierschlamms und deren fachgerechter Entsorgung z.T. Entsorgungserlöse gegenüber der papierverarbeitenden Industrie erzielt werden können. Die damit verbundenen Kostensenkungspotenziale werden sich nachhaltig positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und damit auf die Marktakzeptanz der Sorptionsgranulate auswirken.
Das größte Verwertungspotenzial für papiertechnische Schlämme bietet eindeutig das Biofilter. Aufgrund der Vielzahl an Erfahrungen beim Einsatz von Papierschlämmen zur Bodenverbesserung und der Kompostierung ergeben sich besten Möglichkeiten zur Optimierung von Biofiltermaterialien. Eine Aufwertung durch Mischung mit biologischen, gemischten oder Deinkingschlämmen als Spurendünger durch zusätzliche Nährstoffe wäre denkbar. In ersten chemischphysikalischen und mikrobiellen Untersuchungen konnten diese Annahmen bestätigt werden.
Copyright: | © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH |
Quelle: | Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001) |
Seiten: | 10 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Dipl.-Ing. Stieves Schmidt Dr.-Ing. Abdallah Nassour |
Artikel nach Login kostenfrei anzeigen | |
Artikel weiterempfehlen | |
Artikel nach Login kommentieren |
carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der
Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.
Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.
Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.