Vor rund dreißig Jahren rückte das Versäumnis der Nichtbeachtung der Umwelt – insbesondere in den industrialisierten Ländern – in das öffentliche Bewusstsein, weil die Folgen – Luft- und Wasserverschmutzung – nicht mehr zu übersehen waren. Stetig ansteigende Produktion und ungebremster Konsum mit einhergehenden, nicht mehr übersehbaren Abfallmmegen hatten Folgen, die die Qualität der Natur und damit die Lebensqualität zunächst unbemerkt, dann aber nachhaltig beeinträchtigten.
Zunächst waren es wenige Wissenschaftler, die die Probleme erkannten und auf die Folgen für Gesundheit, Umwelt und Ressourcen hinwiesen. Die dadurch angeregten publizistischen Aktivitäten erzeugten zunächst ein geteiltes Echo in der Öffentlichkeit. Obwohl nach weit verbreiteter Meinung die Selbstreinigungskräfte der Natur für den Ausgleich der Umweltbelastungen ausreichten, nahm insbesondere die Bevölkerung in industriellen Ballungsgebieten die sich verschlechternden Umweltbedingungen als Bedrohung wahr und forderte, von der Presse unterstützt, Abhilfe. Dem konnte sich die Politik nicht entziehen.
Durch das erste Umweltprogramm und anschließend das erste Abfallwirtschaftsprogramm der Bundesregierung angeregt, begann die Auseinandersetzung mit den Umweltsünden der Vergangenheit und Gegenwart, erste Wege zur Umweltsanierung wurden entwickelt.
Praktiziert wurde Umweltschutz zunächst als Reparaturmaßnahme nach dem damals vorherrschenden Verständnis der Aufteilung in Medien:
• Wasser: Wasserwirtschaft und Wasserreinhaltung,
• Luft: Luftreinhaltung und Luftchemie,
• Abfallwirtschaft statt Bodenschutz.
Die Notwendigkeit ganzheitlicher Ansätze wurde zunächst kaum erkannt, auch erschien und war auch zunächst die Reparatur durch End-of-the-pipe-Maßnahmen vordringlich. Begonnen wurde mit dem Bau von
• Emissionsminderungsanlagen,
• Kläranlagen,
• Abfallbeseitigungsanlagen.
Trotz sich abzeichnender Erfolge wuchs die Erkenntnis, dass nachhaltiger Umweltschutz nur durch integrierte Konzepte, in denen
• Ressourcenschutz,
• Abfallvermeidung und -verminderung,
• Abfallverwertung,
• Abfallbeseitigung,
• Immissionsschutz,
• Bodenschutz aufeinander abgestimmt sind, wahrgenommen werden kann. Hier reichen triviale, vordergründige Kreislaufwirtschaftskonzepte nicht.
Copyright: | © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH |
Quelle: | Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001) |
Seiten: | 20 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky |
Artikel nach Login kostenfrei anzeigen | |
Artikel weiterempfehlen | |
Artikel nach Login kommentieren |
carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der
Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.
Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.
Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.