Bei der Zementproduktion entstehen etwa 7% der weltweiten Treibhausgasemissionen. Deshalb wird in der Bindemittelindustrie oft Zement durch Zumahlstoffe (supplementary cementitious materials, SCMs) ersetzt, wie beispielsweise Hüttensand, der durch schnelles Abkühlen von Hochofenschlacke entsteht.
Allerdings wird durch klimaschutzbedingte Veränderungen in der Industrie die Verfügbarkeit herkömmlicher SCMs für die Bauindustrie geringer. Die Nutzung anderer, in großen Mengen anfallender mineralischer Reststoffe und Nebenprodukte als SCMs könnte erhebliche wirtschaftliche, ökologische und abfalltechnische Vorteile bieten, was durch regulative Maßnahmen wie zum Beispiel durch das Deponieverbot für künstliche Mineralwolleabfälle ab 2027 vorangetrieben wird. In dieser Studie wird die Eignung von durch thermochemische Konversion aufbereiteten Stahlschlacken und mineralwolleabfallhaltigen Reststoffkombinationen untersucht. Chemisch-mineralogische Analysen bestätigen die gewünschten Materialeigenschaften (hoher amorpher Anteil und geeignete Gehalte an CaO, MgO, Al2O3 und SiO2) der thermochemisch aufbereiteten Materialien. Die hydraulische Reaktivität, der Einfluss auf die Zementhydratation und der Aktivitätsindex sind vergleichbar mit herkömmlichem Hüttensand. Die Ergebnisse zeigen, dass die aufbereiteten Reststoffe grundsätzlich als Bindemittel geeignet sind, was neben einer stofflichen Verwertung auch Kosten- und CO2-Einsparungen in einer Kreislaufwirtschaft für Bindemittel ermöglichen kann.
Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
Quelle: | Recy & Depotech 2024 (Dezember 2024) |
Seiten: | 6 |
Preis: | € 3,00 |
Autor: | Dr.-Ing. Sarah Steiner Florian Steindl Klaus Doschek A. Krammer MSc. Philipp Sedlazeck |
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