Es gibt eine Reihe an Möglichkeiten zur Öl/Wasser Trennung, allerdings sind diese nicht immer unmittelbar im Feld einsetzbar. Im Rahmen des gegenständlichen Forschungsprojektes wurde untersucht, inwieweit sich mit ölbindenden Vliesen ein robustes, kostengünstiges Verfahren zur Abtrennung von Mineralöl bzw. Pflanzenöl sowie Gemische beider aus Wasser entwickeln lässt. Hintergrund war die Notwendigkeit, aus der in-situ Bodenwäsche resultierende Wasser-Öl-Gemische, teilweise noch emulgiert, in größeren Mengen vor Ort zu trennen.
Unterschiedliche Ausführungsformen, teilweise im Satz- und teilweise im kontinuierlichen Betrieb, wurden realisiert und nach ersten Laborversuchen auch im Feld getestet. Vliese aus Polyolefinen und Polyestern kamen zum Einsatz, mit einem Flächengewicht von 220 bis 400 g/m² und einer Ölbindekapazität des 5-15fachen Flächengewichts. Beim Abtrennen von Mineralölkohlenwasserstoffen (MÖL) und Pflanzenöl (PÖL) aus Wasser, sowohl in Phase als auch emulgiert, zeigten sich Restölgehalte im Wasser von 0,5 bis 1,5 mg/l sowie ein Wassergehalt im Öl von max. 2%. Anhand der Altlast N77 wurde auch untersucht, wie sich mineralölbelastetes Grundwasser aufreinigen lässt.
Bei Abzug von Grundwasser wurden folgende Restölgehalte gemessen:
• MÖA: 0,8 mg/l
• MÖA + SBF: 0,3 mg/l
• SBF: 0,4 mg/l (MÖA = Mineralölabscheider, SBF = Schrägbettfilter mit Vlies). Bei Abzug von Emulsion aus dem Boden (10% PÖL in Wasser, mit MÖL kontaminiert) ergaben sich diese Restölgehalte (gesamt):
• MÖA: 0,8 mg/l
• MÖA + SBF: 0,7 mg/l
• SBF: 0,6 mg/l
Die Machbarkeit der Grundwasseraufreinigung wurde mit 511m³ kontraminiertem Grundwasser demonstriert. Der Schrägbettfilter erlaubt einen kontinuierlichen Betrieb. nach Laborversuchen nahm die Beladekapazität des Vlieses nach 20 Zyklen um weniger als 5% ab. Dies wurde in den Feldversuchen ebenfalls bestätigt. Gerade in Kombination mit einem vorgeschalteten Mineralölabscheider bietet ein Schrägbettfilter mit ölabsorbierendem Vlies, welches als Endlosbahn geführt und regelmäßig ausgedrückt wird, Vorteile, indem der Restölgehalt im Ablauf um 0,1 bis 0,2 mg/l geringer ist als bei einem Ölabscheider im alleinigen Betrieb. Das Verfahren ist robust gegen Verunreinigung durch Sand und kann in Zukunft helfen, die Öl/Wasser-Trennung im Feld zu vereinfachen und effizient zu gestalten.
Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
Quelle: | Recy & Depotech 2022 (November 2022) |
Seiten: | 4 |
Preis: | € 2,00 |
Autor: | Dr. Maximilian Lackner K. Putz M. Plank Prof.Dr. Andreas Paul Loibner |
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