PIT-Tags erlaubt es, Fischbewegungen in Fischaufstiegsanlagen individuen-, zeit- und ortsgenau zu erfassen. Dies ermöglicht eine objektive Funktionsbewertung anhand der Auffinde- und Passagequote. Eine Bewertung der Auffinde- und Passagedauer hingegen scheiterte bislang an der enormen Streuung der individuellen Werte. Nachfolgend wird eine verbesserte statistische Methode vorgestellt, mit der anlagenspezifische Werte für die Auffinde- und Passagedauer ermittelt werden, die als zusätzliche Parameter für eine differenzierte Funktionsbewertung herangezogen werden können.
1 Veranlassung
Die Durchgängigkeit von Fließgewässern ist eine entscheidende Voraussetzung für den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der heimischen Fischartengemeinschaften. Deshalb wird bereits seit mehr als 100 Jahren versucht, die stromaufwärts gerichtete Passierbarkeit von Staubauwerken durch den Bau von Fischaufstiegsanlagen sicherzustellen.
Häufig werden solche Anlagen nach der Fertigstellung einer sogenannten Funktionskontrolle unterzogen, indem die aufsteigenden Fische mittels Reusen, Fanganlagen oder Video-Überwachung gezählt werden. Allerdings fehlten bislang objektive Kriterien zur Bewertung der so erhobenen Daten, weshalb die Einschätzung der Funktionsfähigkeit letztlich der subjektiven Einschätzung des Bearbeiters unterlag [1]. Vor einigen Jahren wurde zwar ein Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Funktionsfähigkeit anhand biologischer Daten publiziert [2], doch steht dabei die Bewertung der berechneten Metrices unter dem Vorbehalt einer Plausibilitätsprüfung durch den Bearbeiter, wird also letztendendes doch von dessen subjektiver Einschätzung bestimmt [3], [4]. Mangels objektiver Bewertungsmaßstäbe empfiehlt das DWA-Merkblatt M-509 [5] deshalb, auf herkömmliche biologische Aufstiegsuntersuchungen als Funktionsnachweis bestehender Anlagen zu verzichten.
Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
Quelle: | Wasserwirtschaft - Heft 06 (Juni 2022) |
Seiten: | 9 |
Preis: | € 10,90 |
Autor: | Dr. Ulrich Schwevers Sabrina Steineck Prof. Dr.-Ing. habil. Boris Lehmann Prof. Dr.-Ing. Andreas Eichhorn |
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