Hybride Barrieren zur Optimierung von Stabrechen zum Fischschutz

Die Forderung eines effektiven Fischschutzes an Wasserkraftanlagen bewegt immer mehr Betreiber zur Optimierung ihrer Kraftwerke. Dabei ist es wichtig, eine Ausgewogenheit zwischen der energetischen Nutzung und der notwendigen Fischschutzwirkung der verwendeten Rechen zu gewährleisten. Ein neu entwickeltes System ermöglicht die Ausstattung bestehender Turbinenschutzrechen mit Elektroden, die durch ein elektrisches Feld im Wasser den Fischschutz sicherstellen, ohne wirtschaftliche Einbußen durch geringere Stababstände zu verursachen.

1 Hintergrund

Die Längsdurchgängigkeit von Fließgewässern spielt für viele aquatische Organismen eine maßgebliche Rolle in ihrer Entwicklung. Dazu gehören auch potamodrome und diadrome Fischarten, für die eine Migration längs der Gewässer unerlässlich ist. Bisher wurde diese durch eine steigende Anzahl an wasserbaulichen Querbauwerken behindert. In den letzten Jahrzehnten lag das Augenmerk an Laufwasserkraftwerken hauptsächlich auf der fortpflanzungsbedingten Migration flussaufwärts wandernder Fische [1]. Vielerorts wurden Fischaufstiegsanlagen errichtet und hinsichtlich ihrer Funktionsfähigkeit bewertet. Dabei wurde dieMigration flussab weitestgehend außer Acht gelassen, rückt nun jedoch zunehmend in den Fokus. Da die Hauptströmung, welcher Fische bei ihren Migrationen folgen, an den meisten Kraftwerken durch die Turbinen abgeführt wird, kann sich eine artenspezifisch hohe Mortalität ergeben [2].
Um die Abwanderung durch die Turbinen zu unterbinden und die Fische zu einer sicheren Abstiegsmöglichkeit ins Unterwasser(Bypass) zu leiten, ist nach dem Stand der Technik ein Feinrechen mit geringen lichten Stababständen (zumeist kleiner 20 mm [2]) die günstigste Wahl. Dies zieht neben hohen Investitionen auch hydraulische und somit wirtschaftliche Verluste sowie einen erschwerten Betrieb der Anlage nach sich (u. a. Reinigungsproblematik). Hinzu kommt, dass diese Feinrechen lediglich bei kleinen und mittelgroßen Wasserkraftanlagen realisierbar sind [3]. Die größte Anlage, die mit einem solchen Feinrechen bisher ausgestattet wurde, befindet sich in Rothenburg (Saale) mit einem Ausbaudurchfluss von 68 m³/s [4].
Um eine kostengünstige, flexible sowie effiziente Lösung für Kraftwerke verschiedenster Größe anbieten zu können, wurde am Arbeitsbereich Wasserbau der Universität Innsbruck im Rahmen zweier durch die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft(FFG) geförderter Projekte die FishProtector-Technologie entwickelt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 09/10 (Oktober 2021)
Seiten: 3
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Jonas Haug
Dipl.-Ing. Dr.techn. Barbara Brinkmeier
Dipl.-Ing. Ruben Tutzer
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Markus Aufleger
 
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Literaturtip:
 
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Tagungsband vom 12. Anwenderforum Kleinwasserkraftwerke 2009 / OTTI e.V.