Von der P-Rückgewinnung zum tatsächlichen Recycling - Sekundärer Rohstoff, Intermediat oder fertiges Produkt?

Bisher hat sich die fachliche Diskussion vornehmlich um die Rückgewinnung des Phosphors gedreht. Die Kreislaufführung, also das Zurückführen des Nährstoffes Phosphor in den Nährstoffkreislauf (Recycling) spielte eher eine Nebenrolle. Die Diskussion fand eher marktentkoppelt statt. Dies ist zu ändern.

In den vergangenen Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten wurde viel über Phosphorrecycling diskutiert, geforscht und entwickelt, sowie rechtliche Rahmenbedingungen debattiert, wie dieser essentielle Nährstoff nachhaltiger als heute (oder gestern) zu nutzen sei. Dem aufmerksamen Beobachter fiel auf, dass der Fokus dabei stark auf der Rückgewinnung lag, die tatsächliche Kreislaufführung, also das Zurückführen des Nährstoffes Phosphor in den Nährstoffkreislauf (Recycling) selbst nur eine Nebenrolle spielte, sowohl qualitativ, als auch quantitativ. Zwar wurde auch viel über Schadstoffe und eine sogenannte Pflanzenverfügbarkeit gesprochen, jedoch spielte sich das eher marktentkoppelt ab.

Nun, da zumindest in Deutschland und der Schweiz rechtliche Rahmenbedingungen für eine Phosphorrückgewinnung aus Abfällen wie z. B. Klärschlamm umzusetzen sind, rückt die Thematik, wie denn diese zurückgewonnenen phosphorhaltigen Stoffe überhaupt wieder in den Nährstoffkreislauf zurückgeführt werden sollen, zwangsläufig in den Fokus.

Neben rein qualitativen Anforderungen werden es auch die quantitativen sein, die den Erfolg eines Materials bestimmen werden, welches in den Kreislauf zurückgeführt werden soll. Dabei spielt es zunächst eine untergeordnete Rolle, wo in Wertschöpfungsketten oder besser -kreisläufen die Einspeisung stattfindet. Ein beispielhaftes Kriterium wie Pflanzenverfügbarkeit oder besser Düngewirksamkeit muss lediglich das finale Produkt aufweisen, welches als Dünger ausgebracht wird, nicht zwingend jedoch eine Zwischenstufe auf dem Weg dorthin, wenn die nachfolgende Prozesskette diese Stoffeigenschaft herstellt. Letztlich wird in der konventionellen Düngemittelproduktion stark vereinfacht formuliert auch nichts anderes getan, als aus einem nicht oder schlecht düngewirksamen Material (z. B. P-Erz) ein einsatzfähiges Düngemittel entsprechend den gesetzlichen und anwenderseitigen Anforderungen zu generieren und zu konfektionieren.

Die folgenden Abschnitte greifen einige marktbezogene Herausforderungen auf, die bei der Einspeisung von P-Rezyklaten in den Nährstoffkreislauf auf uns zukommen können.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11 - 2019 (November 2019)
Seiten: 5
Preis: € 10,90
Autor: Dr. Christian Kabbe
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.