Das HUMUSWERK Main-Spessart hat sich das Ziel gesetzt, den größtmöglichen Anteil seiner Biogutkomposte mit Premiumqualität in die Ökolandwirtschaft zu vermarkten. Diese benötigt Komposte für einige Betriebsformen, insbesondere den viehlosen Acker- und Marktfruchtbau, dringend. Auch angesichts der Auswirkungen durch die neue Düngeverordnung zeigt sich im Ökolandbau ein Markt mit großem Potenzial.
Mangelnde Sortenreinheit, Auswirkungen der neuen Düngeverordnung sowie steigende Entsorgungskosten stellen die Kompostwirtschaft derzeit vor große Herausforderungen. Trotz höherer Qualitätsanforderungen und anderer Einstiegsbarrieren entwickelt sich die Ökolandwirtschaft daher zu einem neuen Vermarktungsfeld mit hohem Potenzial. Von derzeit ca. 2 Mio. Mg/a Biogut- und Grüngutkompost für die Landwirtschaft [BGK 2017], werden derzeit ca. 2-3 % in die Ökolandwirtschaft vermarktet [Thelen-Jüngling 2017]. Nach Erstschätzungen besteht ein Potenzial von 0,5 - 1,5 Mio. Mg FM/a [Gottschall et al. 2017]. Innerhalb der Agrarstruktur in Deutschland ist sowohl eine steigende Anzahl von ökologisch bewirtschafteten Flächen, als auch eine steigende Anzahl reiner ökologischer Ackerbau- und Marktfruchtbetriebe ohne eigene Wirtschaftsdünger zu verzeichnen [BÖLW 2017; Bundesregierung, 2017; Maaß 2017]. Gerade solche intensiv bewirtschafteten ökologischen Flächen benötigen die Zufuhr von Kompost zur Düngung und zum Erhalt oder zum Aufbau des Humusgehalts, um auch mittel- und langfristig die Ertragserwartungen zu erfüllen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten [Gottschall et al. 2017].
Die HUMUSWERK Main-Spessart GmbH & Co. KG (Abb. 1) verwertet seit 1992 das Bio- und Grüngut des Landkreises Main-Spessart. Nach stetiger Erweiterung der Anlage werden derzeit auf einer Fläche von ca. 3 ha bis zu 23.000 Mg/a in der
Betriebseinheit Biogutkompostierung und bis zu 6.700 Mg/a in der Betriebseinheit Grüngutkompostierung verarbeitet. Die Biogutkompostierung wird mit einer Kombination von geschlossener Vorrotte in saugbelüfteten Rotteboxen mit Ablufterfassung und anschließender Nachkompostierung auf überdachten Dreiecksmieten durchgeführt. Die Grüngutrotte findet auf Dreiecksmieten statt. Die Rottemieten werden mit einem Dreiecksmietenumsetzer bedarfsgerecht umgesetzt. Weiterhin betreibt das Humuswerk Main-Spessart einen weiteren Kompostplatz und ein eigenes Erden-werk. Insgesamt werden im Stammwerk ca. 15.000 m³/a Kompost produziert und über 6.000 m³/a Qualitätserden unter der Regionalmarke 'Fränkische Erden" vermarktet. Dazu kommen bis zu 2.000 Mg/a aufbereitete Biomasse als Brennstoff. Der mobile Maschinenpark, der beispielsweise einen Dreiecksmietenumsetzer, einen 2-Wellen-Zerkleinerer (Langsamläufer) sowie ein 3-Fraktionen Sternsieb zur Aufbereitung von Biomasse beinhaltet, wird als Dienstleistung in der Vermietung angeboten.
Copyright: | © Universität Stuttgart - ISWA |
Quelle: | BioabfallForum 2018 (Juni 2018) |
Seiten: | 12 |
Preis: | € 6,00 |
Autor: | Maximilian Kanzler Thomas von der Saal Dipl.-Ing. Ralf Gottschall |
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