Im Planungsprozess für ein Hochwasserrückhaltebecken als Bestandteil einer Hochwasserschutzkonzeption führen erhebliche Widerstände von Naturschützern zu unüberbrückbaren Differenzen. Ein Festhalten an den Planungen wäre zur Sackgasse geworden, eine gerichtliche Auseinandersetzung drohte. Im Beitrag werden der Umgang mit dieser Situation und ein möglicher Lösungsansatz aufgezeigt, der als Beispiel für eine Konfliktlösung bei solchen Vorhaben dienen könnte.
1 Projektgebiet
Im Harz, dem nördlichstes Mittelgebirge Deutschlands, entspringt die Selke als wichtigster Nebenfluss der Bode nahe dem Ort Stiege auf einer Höhe von ca. 525 m ü. NN und mündet nach fast 65 km bei Hedersleben. Das Fließgewässer lässt sich in drei Bereiche einteilen, den Ober- und den Mittellauf mit Längsgefälle von 2,4 % bis 0,4 % und den Unterlauf mit 0,1 %. Der Ober- und Mittellauf sind durch steile Kerbtäler und eine schmale Talaue gekennzeichnet. Unterhalb von Meisdorf verlässt die Selke den Harz, das Tal weitet sich zu einer Ebene auf. An der Selke liegen zwölf Orte mit ca. 14 100 Einwohnern. Das gesamte Einzugsgebiet ist zu etwa 80 % durch Wälder und Wiesen geprägt, die Siedlungsflächen machen nur 4 % aus. Die Selke, einschließlich ihrer Nebentäler, wurde durch das Land Sachsen-Anhalt als FFH-Gebiet an die EU gemeldet, außerdem sind große Teile als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Weiterhin ist der Bereich als Landschaftsschutzgebiet und als Naturschutzgebiet national geschützt, zahlreiche verschiedenartige Biotope sind auch vorhanden. Das Selketal ist eines der ursprünglichsten Täler im Ostharz, aber auch deutschlandweit. Die geringe Besiedelung sowie der
hohe und vielfältige Schutzstatus der hochwertigen Naturraumausstattung tragen dazu bei, dass der Veränderungsdruck vergleichsweise gering ist. Gerade deswegen besteht eine hohe touristische Anziehungskraft, u. a. führt durch das Tal der Wanderweg 'Selketal-Stieg' als Fernwanderweg.
| Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
| Quelle: | Wasserwirtschaft - Heft 04 - 2019 (Mai 2019) |
| Seiten: | 4 |
| Preis: | € 10,90 |
| Autor: | Andreas Rudolf Joachim Schimrosczyk |
| Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
| Artikel weiterempfehlen | |
| Artikel nach Login kommentieren | |
Europäische Rechtsvorgaben und Auswirkungen auf die Bioabfallwirtschaft in Deutschland
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Bioabfälle machen 34 % der Siedlungsabfälle aus und bilden damit die größte Abfallfraktion im Siedlungsabfall in der EU. Rund 40 Millionen Tonnen Bioabfälle werden jährlich in der EU getrennt gesammelt und in ca. 4.500 Kompostierungs- und Vergärungsanlagen behandelt.
Vom Gärrest zum hochwertigen Gärprodukt - eine Einführung
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Auch mittel- bis langfristig steht zu erwarten, dass die Kaskade aus anaerober und aerober Behandlung Standard für die Biogutbehandlung sein wird.
Die Mischung macht‘s - Der Gärrestmischer in der Praxis
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Zur Nachbehandlung von Gärrest aus Bio- und Restabfall entwickelte Eggersmann den Gärrestmischer, der aus Gärresten und Zuschlagstoffen homogene, gut belüftbare Mischungen erzeugt. Damit wird den besonderen Anforderungen der Gärreste mit hohem Wassergehalt begegnet und eine effiziente Kompostierung ermöglicht.