Leitbild Trinkwasserversorgung Rhein-Main-Gebiet

Vorgestellt werden die Ausgangssituation, Grundlagen und die Instrumente zur Umsetzung eines integrierten Wasserressourcen-Managements für das Rhein-Main Gebiet. Die Kernaussagen des zugehörigen Leitbildes werden präsentiert.

Der Ansatz eines Integrierten Wasserressourcen-Managements (IWRM) im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie [1] wird als Weg für eine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung begrenzter Wasserressourcen und zur Bewältigung widerstreitender Interessen und Ansprüche angesehen. Schwerpunkt des IWRM ist die regionale und teilräumliche Ressourcendisposition zur langfristigen Sicherstellung des regionalen und örtlichen Wasserbedarfs unter Berücksichtigung der ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Wassernutzung. Dabei ist es für einen effizienten und nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser notwendig, dass die verschiedenen gesellschaftlichen und privaten Akteure an den Planungs- und Entscheidungsprozessen aktiv teilnehmen und kooperieren. Das Hessische Umweltministerium initiierte im Jahre 2016 einen breit angelegten Dialogprozess, um die Grundlagen, Zielsetzungen und Handlungsnotwendigkeiten für die Zukunftsfähigkeit der Bewirtschaftung und Nutzung der Wasserressourcen der wirtschaftlich dynamischen Metropolregion Rhein-Main gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Aufgabenträger, der Industrie- und Handelskammer, der Umwelt- und Naturschutzgruppen und wichtiger Interessengruppen zu diskutieren und ein Leitbild für die zukünftige strategische Ausrichtung der Bewirtschaftung der Wasserressourcen und der Sicherstellung der Wasserversorgung zu erarbeiten. Die Implementierung eines IWRM für die Metropolregion Rhein-Main ist ein grundlegender Beitrag zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung des Rhein-Main-Raums. Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist hierbei von überragender Bedeutung. Die Aufgaben der Gewässerbewirtschaftung und der Sicherstellung der Wasserversorgung sind zielgerichtet und aufeinander abzustimmen. Beide Aufgabenbereiche sind aufgeteilt zwischen dem Umweltministerium als für das IWRM Rhein-Main nach Vorgabe der EU-WRRL zuständige Behörde und den Kommunen als Trägern der Wasserversorgung. Die Schnittstellen und wechselseitigen Abhängigkeiten der Akteure haben in den letzten Jahren stark zugenommen, sodass sie zusammengeführt und geklärt werden müssen. Die unmittelbare Einbindung der Kommunen mit den von ihnen beauftragten Wasserversorgungsunternehmen in die Entwicklung und Umsetzung des Leitbilds entspricht diesem partizipativen Verständnis und stellt sicher, dass das Land bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben nicht in die zentralen kommunalen Aufgaben der Daseinsvorsorge eingreifen muss.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 04 - 2019 (April 2019)
Seiten: 10
Preis: € 10,90
Autor: Dr. Arnold Quadflieg
Prof. Dr. Thorsten Beckers
Dr. Holger Weiß
V.-Professor Dr.-Ing. Jörg Felmeden
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.