Die Feinfraktion, je nach Siebschnitt < 20 bis < 60 mm, nimmt mit bis zu 70 % den größten Massenanteil bei klassischen Siedlungsabfalldeponien ein. Nach dem aktuellen Stand des Wissens liegen jedoch kaum Informationen vor, welche Techniken zur Aufbereitung dieser Feinfraktion geeignet sind bzw. welche Materialströme und Produktqualitäten daraus erzeugt werden können. Aus diesem Grund soll hier gezielt die Aufbereitung des Feingutes 10 - 60 mm betrachtet werden. Das Probenmaterial für die Versuchsdurchführungen zur nassmechanischen Aufbereitung im halbtechnischen Maßstab stammt aus der Deponie des Entsorgungszentrums Pohlsche Heide im Kreis Minden-Lübbecke. Bei der Deponie handelt es sich um eine Haus- und Gewerbeabfalldeponie, die im Zeitraum von 1989 bis 2005 verfüllt wurde.
Die Motivation, Rückbaumaßnahmen an einen Deponiekörper durchzuführen, kann verschiedene Ursachen haben. Bisher durchgeführte Rückbaumaßnahmen resultieren dabei vorrangig aus umweltrelevanten Aspekten, der Nutzungsdauerverlängerung bestehender Deponieflächen oder vor dem Hintergrund einer alternativen Flächennutzung. Eine weitere aktuelle Entwicklung zeichnet sich in der Betrachtung der Deponiekörper als Lagerstätte für Sekundärrohstoffe ab. Mit dem BMBF-Forschungsvorhaben 'r³-Strategische Metalle -Verbundvorhaben: TÖNSLM - Entwicklung innovativer Verfahren zur Rückgewinnung ausgewählter Ressourcen aus Siedlungsabfall- und Schlackedeponien' erfolgte eine ganzheitliche Betrachtung von Deponierückbaumaßnahmen unter dem Aspekt, inwieweit vorhandene Technik zur Aufbereitung des Deponates geeignet ist bzw. wie eine weitestgehende Nutzung der darin enthaltenen Ressourcen erfolgen kann. Mit dem Forschungsvorhaben wurden Ressourcenpotenziale betrachtet sowie Szenarien zur Gewinnung von Wertstoffen und deren Nutzung entwickelt und ökonomisch-ökologisch bewertet.
Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
Quelle: | Recy & Depotech 2016 (November 2016) |
Seiten: | 6 |
Preis: | € 3,00 |
Autor: | Dipl.-Ing (FH), Dipl. UWT Sebastian Wanka Dr.-Ing. Kai Münnich Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke |
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