Biologische in-situ Sanierung durch Belüftung (Bioventing)

Ein Rangierunfall auf dem Bahnhofsgelände des Bahnhofs Gmunden, in dessen Folge 60.000 kg Diesel versickerten, wird mit einer speziell an die Randbedingungen des Standortes angepassten Belüftung saniert. Das Besondere an dieser in-situ Sanierung durch Belüftung (Bioventing) besteht darin, dass im Rahmen der Sanierungsplanung der Nachweis erbracht wurde, dass die Grundwasserbelastung durch die Bestandteile des Diesels bei einer Belüftungsdauer von sieben Jahren langfristig sicher unter den zulässigen Schwellenwert im Grundwasser von 100 μg/l liegen werden.

Im Bereich des Bahnhofs Gmunden in Oberösterreich versickerten bei einem Rangierunfall 2007 60.000 kg Diesel im Untergrund. Auf Grundlage von Emissionsgrenzwertanalysen wurde ermittelt, dass sieben Jahre nach dem Unfall erste Dieselbestandteile durch vertikalen Stofftransport den Grundwasserleiter erreichen werden. Um dies abzuwenden, wurde die Wirksamkeit einer biologischen in-situ Sanierung durch Belüftung (Bioventing) mittels einer Emissionsgrenzwertanalyse mit positivem Ergebnis untersucht. Im Zentrum des Schadens ist eine Bodenluftmessstelle eingerichtet, über die täglich automatisch die Bodenlufttemperatur, sowie die Bodenluftbestandteile gemessen werden. Aus der Zusammensetzung der Bodenluft wird die biologisch abgebaute Menge an Diesel in insgesamt drei horizontalen Reaktionsbereichen bilanziert. Die Auswertungen der seit September 2010 in Betrieb genommenen Belüftung zeigen, dass das Sanierungsziel im Herbst 2016 erreicht sein wird. Im Bereich des Schadens wurden aus Bohrkernen Feststoffproben genommen und Analysen als Kontrolle dieser Aussage durchgeführt. Die daraus abgeleitete Restbelastung ergab eine sehr gute Übereinstimmung im Vergleich zur Massenbilanz auf Basis der Bodenluftmessungen. Auch im Grundwasserleiter sind keine Belastungen aus dem Dieselunfall nachweisbar, was die Ergebnisse der Emissionsgrenzwertanalysen zum Zeitpunkt der Planung bestätigt.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2016 (November 2016)
Seiten: 6
Preis: € 3,00
Autor: Dr. Ing. Klemens Finsterwalder
Hartwig Kraiger
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.

Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.

Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.