Das neue EEG 2017 - Chancen für die Bioenergie durch Ausschreibungsverfahren

Nach Verabschiedung der EEG-Novelle muss sich die Bioenergiebranche wieder einmal auf neue Rahmenbedingungen einstellen. Im Gegensatz zu den vorherigen Novellen betreffen die Neuerungen nicht nur den Neubau von Anlagen, sondern insbesondere auch Bestandsanlagen. Denn im EEG 2017 wurden erstmals Nachfolgeregelungen für den Zeitraum nach Ablauf der 20-jährigen Vergütung festgelegt. Das eröffnet neue Perspektiven, aber auch große Herausforderungen, insbesondere für Abfallvergärungsanlagen. Die verpflichtende Teilnahme an der Ausschreibung für Anlagen mit einer installierten Leistung größer 150 kWel stellt dabei die größte Umstellung dar. Ob unter diesen Bedingungen neue Biogutvergärungsanlagen in Deutschland gebaut werden können, wird sich in Zukunft noch zeigen müssen.

Am 8. Juli 2016 wurde das EEG 2017 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet und wird somit zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. Der Fachverband Biogas hat sich gemeinsam mit den anderen Verbänden erfolgreich für Anschlussregelungen für Bestandsanlagen nach Ablauf der ursprünglichen EEG-Vergütung eingesetzt. Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für Biogasanlagen angesichts der klimapolitischen Herausforderungen jedoch unzureichend. Mit der Novelle des EEG 2017 erfolgte eine grundsätzliche Umstellung der Fördersystematik auf ein Ausschreibungsmodell. Das bedeutet eine Abkehr von den gesetzlich festgeschriebenen Vergütungssätzen. In den Vorstellungen der Bundesregierung sollen sich aufgrund der Konkurrenzsituation der Anlagen günstigere Vergütungssätze ergeben. Ob das tatsächlich funktionieren wird und ob die Akteursvielfalt erhalten bleibt, ist unter den derzeitigen Voraussetzungen stark in Frage gestellt.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: Biomasse-Forum 2016 (November 2016)
Seiten: 7
Preis: € 3,50
Autor: Dipl.-Ing. David Wilken
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.

Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.

Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.