Status des Projekts Best of two worlds - Beispiel Ghana

Während die Entsorgungsprobleme von schadstoffhaltigen Abfällen in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern weiterhin ungelöst sind, beinhalten vieler dieser Abfälle auch wertvolle und kritische Metalle, deren Recyclingpotenzial oft noch nicht optimal genutzt wird. Hinzu kommt, dass die oft unsachgemäßen Recyclingpraktiken im informellen Sektor mit teilweise extremen Umweltbelastungen einhergehen.

Der Schrottmarkt von Agbogbloshie in Accra, Ghana, steht derweil symbolisch für die unsachgemäße Verwertung von elektrischen und elektronischen Abfällen (e-waste oder WEEE) und wurde im November 2013 in die TopTen der am schlimmsten verschmutzten Orte der Welt aufgenommen. Da im informellen Recycling von metallhaltigen Abfällen in und um den Schrottmarkt von Agbogbloshie mehrere 1.000 Menschen beschäftigt sind, welchen meist keine anderen Einkommensalternativen offen stehen, haben die Probleme auch eine wichtige sozio-ökonomische Dimension, die bei aller Reformversuchen berücksichtigt werden muss.

Das im Rahmen des BMBF r³ Programms geförderte Projekt Globale Kreislaufführung strategischer Metalle: Best-of-two-Worlds Ansatz (Bo2W) widmet sich nun seit fast zwei Jahren der Suche nach nachhaltigen Lösungen für das Recycling von Elektronik- und Kfz-Schrotten in den Pilotländern Ghana und Ägypten. Das Projektkonsortium wird vom Öko-Institut e.V. geleitet und umfasst die Industriepartner Umicore, Johnson Controls und Vacuumschmelze. Vor Ort sind die Partner City Waste Recycling Ltd. (Ghana) und CEDARE (Ägypten) mit der Implementierung betraut. Während der generelle Ansatz des Projektes bereits vor einem Jahr vorgestellt wurde, beschreibt dieser Beitrag die Projektfortschritte im Pilotland Ghana zwischen Mitte 2012 und Anfang 2014.



Copyright: © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH
Quelle: Recycling und Rohstoffe 7 (2014) (Juni 2014)
Seiten: 12
Preis: € 0,00
Autor: Dipl.-Geogr. Andreas Manhart
Dr. Matthias Buchert
Vivian Ahiayibor
Jürgen Meinel
Dr. Christina E. M. Meskers
 
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