Die FH Nordhausen entwickelt aktuell im Rahmen eines Verbundvorhabens (Thüringen - GreenTech Richtlinie zur Förderung von innovativen, technologie-orientierten Verbundprojekten, Netzwerken und Clustern, Förderkennzeichen: N331/2007; Projektnummer: 2010 FE 9104 / 9105) mit dem Maschinenbauunternehmen Schulz & Berger GmbH aus Altenburg ein neues Verfahren zur effektiven Abtrennung von flächigen Materialien aus Abfall- und Reststoffströmen. Als Versuchsmaterialien kommen dabei getrennt gesammelte Wertstoffe des Dualen Systems Deutschland (DSD) aus der Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack zum Einsatz.
Das Aufgabematerial wird dabei zunächst in einem Trommelsieb klassiert, welches bei der Verarbeitung von Material aus dem Gelben Sack im Vorfeld mit einem Sacköffner aufgeschlossen werden muss. Insbesondere großflächige Folien belegen den Siebbelag der Trommel und verschlechtern die Klassierwirkung des Trommelsiebes erheblich.
Die Grobfraktion > 220 mm wird anschließend über Windsichter geführt, die bekanntermaßen eine sehr geringe Trennschärfe aufweisen. Die Fraktion < 220 mm wird in einem zweiten Schritt mit einem Trommelsieb bei 60 mm klassiert. Auch hier wird die Grobfraktion > 60 mm in einem Windsichter nach der Sinkgeschwindigkeit in Leicht- und Schwerfraktion getrennt. Im Anschluss erfolgt die weitere Aufbereitung, wie z.B. die Metallsortierung sowie die Sortierung nach Kunststoffarten. Die händische Sortierung ist auch heute noch in vielen Anlagen Bestandteil der Aufbereitungstechnologie, um z.B. geforderte Qualitätskriterien zu erreichen. Da es sich bei den DSD-Wertstoffen in der Regel um mehr oder minder sortenreine Fraktionen mit guten Vereinzelungseigenschaften handelt, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine effiziente automatisierte Sortierung gegeben.
Copyright: | © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH |
Quelle: | Recycling und Rohstoffe 5 (2012) (Juni 2012) |
Seiten: | 12 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Prof. Dr.-Ing. Sylvia Schade-Dannewitz Dr. rer. nat. Jürgen Poerschke Dipl.-Ing. Michael Rutz Dirk Barnstedt |
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