Die ersten SNCR-Anlagen wurden ab etwa 1990 zumeist für Abfallverbrennungsanlagen eingesetzt, in denen nur eine moderate NOx-Abscheidung von vierzig bis fünfzig Prozent gefordert wurde, was auch bei den in diesen Feuerungen üblichen Temperaturschieflagen kein unlösbares Problem darstellte. Für höhere Abscheidegrade wurde das SNCR-Verfahren damals als nicht geeignet beurteilt, sodass hierfür in der Regel SCR-Verfahren vorgesehen wurden.
Nach der Jahrtausendwende wurden die Anforderungen schrittweise erhöht. Je nach Standort waren die Grenzwerte der 17. BImSchV (NOx < 200 mg/Nm³ und NH3-Schlupf < 30 mg/Nm³) immer häufiger nicht mehr genehmigungsfähig. Zudem wurde der Ruf nach Senkung der NOx-Grenzwerte auf < 100 mg/Nm³ immer lauter.
Dies führte dazu, dass das Bundesministerium für Umwelt (BMU) in Fachkreisen die Meinung vertrat, die neuen Grenzwerte für die Abgasbehandlung seien mit SCR-Technik in der Regel relativ problemlos möglich, wogegen dies nicht für die SNCR-Technologie gelte. Daher sei es insbesondere im Falle von anstehenden Neuinvestitionen anzuraten, auf die SCR-Technik zu setzen.
Dieser Beitrag beschreibt, dass das SNCR-Verfahren trotz dieser Aussagen eine attraktive Alternative zur SCR-Technik bietet, zumal die Ergebnisse und Erfahrungen, die inzwischen gesammelt, ausgewertet, angewendet und weiter entwickelt wurden, belegen, dass die SNCR-Technologie die hohen Anforderungen schon seit mehreren Jahren erfüllt.
Copyright: | © Thomé-Kozmiensky Verlag GmbH |
Quelle: | Energie aus Abfall 12 (2015) (Januar 2015) |
Seiten: | 17 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Dipl.-Ing. Bernd von der Heide |
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