Hydrothermale Carbonisierung - Einsatzmöglichkeiten und Potenziale

Unterschiedliche thermochemische Technologien werden eingesetzt, um unterschiedliche Produkte wie Gas, Öl oder Feststoffe herzustellen. Die Pyrolyse (Pyrokohle) oder hydrothermale Carbonisierung (Hydrokohle) sind die bekanntesten Techniken zur Umwandlung von Biomasse oder organischen Abfällen in Kohle oder kohleähnliche Produkte. Aufgrund der unterschiedlichen Prozessbedingungen dieser Technologien unterscheiden sich deren Erzeugnisse wesentlich voneinander.

Pyrokohlen sind inert und weisenstark verdichtete aromatische Ringsysteme auf, während Hydrokohlen reich an sauerstoffhaltigen funktionellen Gruppen (z.B. Carboxyl-, Hydroxylgruppen) sind und somit wesentlich reaktiver. Trotz oder gerade aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften von Hydro- und Pyrokohlen sind deren Anwendungsbereiche sehr mannigfaltig. Pyrokohlen können als Bodenzuschlagsstoff mit dem Ziel der langfristigen CO2-Speicherung im Boden eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu kann durch die Zugabe von Hydrokohle die Methanausbeute in Vergärungsprozessen signifikant gesteigert werden. Ferner kann mittels hydrothermale Carbonisierung die Plattformchemikalie 5-HMF hergestellt werden. Sowohl die hydrothermale Carbonisierung wie auch die Pyrolyse sind Technologien, die ein hohes Potenzial besitzen, um organische Reststoffe vielfältig und hochwertig zu nutzen und um Stoffkreisläufe zu schließen.



Copyright: © Wasteconsult International
Quelle: Waste-to-Resources 2015 (Mai 2015)
Seiten: 11
Preis: € 0,00
Autor: Katja Wiedner
 
 Artikel nach Login kostenfrei anzeigen
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Europäische Rechtsvorgaben und Auswirkungen auf die Bioabfallwirtschaft in Deutschland
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Bioabfälle machen 34 % der Siedlungsabfälle aus und bilden damit die größte Abfallfraktion im Siedlungsabfall in der EU. Rund 40 Millionen Tonnen Bioabfälle werden jährlich in der EU getrennt gesammelt und in ca. 4.500 Kompostierungs- und Vergärungsanlagen behandelt.

Vom Gärrest zum hochwertigen Gärprodukt - eine Einführung
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Auch mittel- bis langfristig steht zu erwarten, dass die Kaskade aus anaerober und aerober Behandlung Standard für die Biogutbehandlung sein wird.

Die Mischung macht‘s - Der Gärrestmischer in der Praxis
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (11/2025)
Zur Nachbehandlung von Gärrest aus Bio- und Restabfall entwickelte Eggersmann den Gärrestmischer, der aus Gärresten und Zuschlagstoffen homogene, gut belüftbare Mischungen erzeugt. Damit wird den besonderen Anforderungen der Gärreste mit hohem Wassergehalt begegnet und eine effiziente Kompostierung ermöglicht.