Die Deponie Pill in Tirol ist eine in der Nachsorge befi ndliche Deponie von ca. 18 ha Fläche, die durch eine Belüftung des Deponiekörpers saniert wird. Das Sanierungsziel ist die Reduzierung der Ammoniumbelastung im Grundwasser. Das Besondere besteht darin, dass die Belüftung so geplant wurde, dass sich die ungesättigte Bodenzone und der Deponieinhalt wie ein biologischer Festbettreaktor verhalten und die Deponieoberfläche selbst einen Biofilter für die austretende Porenluft darstellt.
Das Sicherungssystem mit dem besten Preisleistungsverhältnis wurde im Rahmen eines Variantenvergleichs auf der Grundlage der Emissionsprognose ausgewählt. Der Grundwasserschaden war durch eine hohe Ammoniumbelastung von bis zu 20 mg/l verursacht. Andere Stoffe waren dagegen kaum auffällig. Das Ammonium entsteht im Deponiekörper bei der anaeroben Umsetzungvon organischen Stoffen. Deshalb bot sich in diesem Fall eine Belüftung des Deponiekörpers an, um die im Deponiekörper vorhandenen, biologisch abbaubaren Stickstoffverbindungen zuoxidieren. Ist der organisch verfügbare Stickstoff im System umgesetzt, ist eine anaerobe Umwandlung der im Deponiekörper vorhandenen Kohlenstoffverbindungen mit der Bildung von Ammonium nicht mehr möglich. Aus den Messungen anlässlich der Brunnenbohrungen wurde der biologisch abbaubare Stickstoff mit ca. 230 Mg ermittelt, der als Ursache für die Grundwasserbelastung durch Ammonium bewertet wurde.
Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
Quelle: | Depotech 2014 (November 2014) |
Seiten: | 6 |
Preis: | € 3,00 |
Autor: | Dr. Ing. Klemens Finsterwalder |
Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
Artikel weiterempfehlen | |
Artikel nach Login kommentieren |
carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der
Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.
Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.
Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.