Das vorliegende Paper befasst sich mit der Diskussion um die Verbindung von front-end und back-end Ansätzen und möglichen Auswirkungen auf die zukünftige Datenlage der europäischen Lebensmittelabfallstatistik. Basis ist eine Harmonisierung der Defi nition von Lebensmittelabfall sowie eine abgestimmte Vorgehensweise bei der Erhebungsmethodik. Der front-end Ansatz umfasst die Messung der Abfälle beim Abfallproduzenten (z.B. Handel, Produktion), während beim back-end Ansatz die Abfallmengen bei der jeweiligen Verwertungseinrichtung erfasst werden.
Forschungsarbeiten im Bereich Aufkommen, Gründe und Entsorgungswege von Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette sind weltweit von wachsendem Interesse. Aufgrund des hohen Bedarfs an Land, Wasser, Energie, Arbeitskraft sowie anderer Ressourcen während der Produktion, der Verarbeitung, des Transportes, der Verpackung und des Handels von Lebensmitteln ist das angestrebte Ziel, einen optimalen Nutzen für den investierten Aufwand zu erhalten. Das bedeutet vor allem, dass nach wie vor genießbare Lebensmittel wie ursprünglich geplant dem menschlichen Konsum zugeführt werden. Als Grundlage für die Implementierung von effektiven Vermeidungsmaßnahmen müssen bestimmte Informationen zum Aufkommen von Lebensmittelabfällen für jede Ebene der Wertschöpfungskette in Verbindung mit den Gründen für eine Entsorgung und charakteristischen Eigenschaften (wie Zusammensetzung, Genießbarkeit) vorliegen. Für den Fall, dass eine Vermeidung nicht möglich ist, sollten geeignete Verwertungsoptionen wie die Extraktion von biobasierten Substanzen, die Nutzung als Tierfutter, die Kompostierung oder die Biogasproduktion angewandt werden. Auch für die Planung einer optimalen Verwertung ist eine verlässliche Datenbasis für eine effektive Lenkung der Abfallströme notwendig.
Autoren:
J. Gustavsson, K. Östergren, H. Bos-Brouwers, O.J. Hanssen, H. Møller
Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
Quelle: | Depotech 2014 (November 2014) |
Seiten: | 6 |
Preis: | € 3,00 |
Autor: | Dipl.-Ing. Felicitas Schneider |
Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
Artikel weiterempfehlen | |
Artikel nach Login kommentieren |
carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der
Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.
Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.
Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.