Nach den Praxisversuchen der Vorjahre wurde das Untersuchungsprogramm zur Grauen Wertstofftonne weitergeführt. Beim sogenannten Volumenversuch wurde die notwendige Größe für eine Graue Wertstofftonne (Restabfälle + LVP) in Abhängigkeit der Haushaltsgröße ermittelt. Ein Volumen von 40 l pro Person bei 14-täglichem Abfuhrzyklus ist für die Rahmenbedingungen des Landkreises Kassel angemessen und würde, im Gegensatz zum Gelben Sack, einen Vermeidungsanreiz geben. Die Einführung einer Grauen Wertstofftonne könnte kostenneutral erfolgen und hätte gegenüber der herkömmlichen Wertstofftonne einen Vorteil von 400.000 Euro/Jahr, weil die Einsparungen bei den Logistikkosten im Flächenlandkreis Kassel die Mehrkosten der Sortierung mehr als kompensieren.
Nicht nur die Abfälle aus den Getrenntsammelsystemen, wie Bioabfälle, Altpapier, Verpackungen, Elektronikschrott etc., werden in Deutschland recycelt. Mittlerweile werden auch die Restabfälle nachträglich sortiert. Die Gewinnung von Metallen ist Standard. Darüber hinaus werden in Deutschland mindestens ein Drittel der Restabfälle über Stoffstromsplittinganlagen aufbereitet. Die Verwertungsquote dieser Anlagen erreicht nach den Kriterien des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) fast 100 %. Aufgrund des Verwertungspotenzials, das noch in der Restabfalltonne vorhanden ist, kann sie als 'Graue Wertstofftonne" angesehen werde.
Vor diesem Hintergrund muss die Einführung eines weiteren Getrenntsammelsystems, wie es im § 14 KrWG ab dem 01.01.2015 vorgeschrieben ist - Stichwort: 'Wertstofftonne" -, kritisch hinterfragt und gleichwertige Alternativen, wie das Recycling aus Restabfällen - 'Graue Wertstofftonne" -, geprüft werden.
Der Landkreis Kassel hat sich gemeinsam mit Gleichgesinnten, die zusammen die 'Arbeitsgemeinschaft Graue Wertstofftonne" bilden, das Ziel gesetzt, die Gleichwertigkeit einer Grauen Wertstofftonne nach ökologischen, wirtschaftlichen und qualitativen Kriterien nachzuweisen.
| Copyright: | © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH |
| Quelle: | 26. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (April 2014) |
| Seiten: | 12 |
| Preis: | € 6,00 |
| Autor: | Dipl.-Ing. Jörg Siepenkothen Jennifer Davis Prof. Dr. Karl H. Wöbbeking |
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