Sanierungsbrunnen und Abwehrbrunnen sollten im Gegensatz zu Förderbrunnen, die auf hohe Förderleistungen ausgelegt sind, bei geringer Wasserhebung einen möglichst hohen Schadstoffaustrag gewährleisten. Dass dies nicht immer so ist, welche Ursachen dafür verantwortlich sein können und wie man Abhilfe schaffen kann, wird nachfolgend erläutert.
Industrielle und militärische Altlasten finden wir in Deutschland in wohl allen Bundesländern. Aufgrund ihrer oft permanenten Gefahr für das Grundwasser werden sie in der Regel einem ständigen Monitoring unterzogen. Da, wo es erforderlich ist, erfolgt auch eine Sanierung dieser Altlasten. Eine der am häufigsten angewendeten Methoden ist dabei das Abfördern des kontaminierten Wassers über sogenannte Sanierungsbrunnen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wassergewinnungsbrunnen, die auf möglichst hohe Leistungen ausgelegt werden, kommt es bei den Sanierungsbrunnen darauf an, mit einer möglichst geringen Wassermenge eine große Menge an Schadstoffen zu fördern. In der Regel wird das kontaminierte Wasser anschließend durch Reinigungsanlagen geschickt, in denen die mitgeförderten Schadstoffe extrahiert werden. Derartige Grundwassersanierungen sind meist sehr kostenintensiv und auch langwierig.
Ähnlich verhält es sich mit sogenannten Abwehrbrunnen. Diese werden errichtet, um zu schützende Objekte, hier meist Wasserwerkstandorte, vor Grundwasserverunreinigungen zu bewahren. Dabei werden einzelne Brunnen bis hin zu Brunnengalerien dem Wasserwerk vorgeschaltet, mit dem Ziel, das kontaminierte Wasser noch vor dem Erreichen des Wasserwerkes abzufördern. Immer wieder erfährt man, dass sowohl Sanierungsbrunnen als auch Abwehrbrunnen nicht den erhofften und aus der meist akribisch ausgeführten Computermodellierung prognostizierten Sanierungs- bzw. Schutzerfolg erbringen. Leider sind zu diesem Zeitpunkt meist schon hunderttausende Euro Kosten entstanden.
Bringen Sanierungsbrunnen nicht den erhofften Sanierungserfolg bei der Beseitigung von Grundwasserkontaminationen, liegt die Ursache dafür häufig in einer falschen Dimensionierung der Brunnen, sodass überwiegend gering oder sogar nicht kontaminiertes Wasser gefördert wird und so zur Reinigungsanlage gelangt. Die Folgen sind, wie oben schon beschrieben, erhebliche Kosten und zwangsläufig nur ein geringer oder auch manchmal überhaupt kein Sanierungserfolg.
Copyright: | © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH |
Quelle: | Heft 05 - 2014 (Mai 2014) |
Seiten: | 6 |
Preis: | € 6,00 |
Autor: | Dipl.-Geol. Karsten Baumann |
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