Common Rail Injektoren gehören aufgrund ihrer hohen Effizienz und ihrer Einspritzgenauigkeit zu den gängigen Injektortypen von Dieselmotoren [1]. In den letzten Jahren wurden vermehrt interne Ablagerungen unter extremen Randbedingungen (Druck, Temperatur) beobachtet, die zum Verlust der Beweglichkeit einzelner Bauteile des Injektors geführt haben.
Unadditivierter Dieselkraftstoff (FAME-frei, B 0) und Rapsölmethylester (B 100) wurden unter Laborbedingungen bei 150 °C künstlich gealtert. Es erfolgte hierbei die Untersuchung der chemischen Zusammensetzung der Kraftstoffe und ggf. gebildeter Rückstände in Abhängigkeit von der Sauerstoffverfügbarkeit und Versuchsdauer. Für die Analyse fanden chromatografische Methoden wie GC-MS (Gaschromatografie-Massenspektrometrie) und HP-SEC (High Performance- Size Exclusion Chromatography) Anwendung. In den gebildeten festen Rückständen des B 0 wurden hauptsächlich sauerstoffhaltige Aromaten als Alterungsprodukte identifiziert, während in der Biodieselprobe vor allem Zersetzungsprodukte der Ausgangssubstanzen, wie Carbonsäuren und Aldehyde detektiert wurden. Bei beiden Kraftstoffen war ein Anstieg hochmolekularer Substanzen in Abhängigkeit von der Versuchszeit im HP-SEC-Elugramm beobachtbar. Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich dabei um Oligo- und Polymere mit hohem Sauerstoffgehalt, für deren Analyse weitere Methoden eingesetzt werden müssen. Auf Basis dieser Ergebnisse können zukünftig maßgeschneiderte Additivpakete gezielt zur Ablagerungsvermeidung und Stabilisierung von Kraftstoffen entwickelt und eingesetzt werden.
Copyright: | © Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock |
Quelle: | 7. Rostocker Bioenergieforum (Juni 2013) |
Seiten: | 6 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Dipl.-Chem. Kornelia Lau Dr. Beate Richter Dr. rer. nat. Ulrike Schümann Dr. Thorsten Streibel Prof. Dr.-Ing. Horst Harndorf |
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