Praktische Anwendung der mikrobiellen Aktivitätsanalyse zur Überwachung der prozessbiologischen Stabilität von Biogasanlagen

Als Erweiterung der klassischen fluoreszenzmikroskopischen Analyse der im Biogasfermenter lebenden Mikroorganismen, wurde anhand ihres Auftretens und der Häufigkeit der unterschiedlichen Gruppen methanbildender Organismen für verschiedene Biogasanlagen- und Substrattypen, ein anlagenspezifischer Stabilitäts-Indikator (MT-Faktor) ermittelt.

Dieser Faktor gibt die unter den vorherrschenden Prozessbedingungen optimale Biologie wieder und lässt sich als grundlegender Indikator bei der prozessbiologischen Beratung berücksichtigen. In einer Leistungsstudie des Labors der MT-Energie GmbH konnte gezeigt werden, dass es bei Veränderungen im Gärprozess zu einer Abweichung des für die Anlage spezifischen Stabilitäts-Indikators kommt. Anhand der Aktivitätsanalyse der methanbildenden Mikroorganismen, ihrer Zellzahl und ihrer Bedeutung für die gesamte anaerobe Biologie konnte die Vitalität des Gärprozesses auch während einer Prozessstörung eindeutig dargestellt und verfolgt werden. Durch die Analysen verschiedener Schweine- und Rindergüllen konnte ebenfalls der Einfluss von Hemmstoffen Desinfektions- oder Reinigungsmittel) direkt und ohne langwierige Nachweismethoden, anhand der mikrobiellen Aktivität und des MT-Faktors nachgewiesen werden. Durch die Auswertung der Aktivität der methanbildenden Mikroorganismengemeinschaft konnte der zu erwartende Einfluss von Hemmstoffen in den eingesetzten Güllen vor dem Eintrag in den Fermenter nachgewiesen und auf diese Weise Prozessstörungen vermieden werden.



Copyright: © Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock
Quelle: 7. Rostocker Bioenergieforum (Juni 2013)
Seiten: 10
Preis: € 0,00
Autor: Lukas Neumann
Carsten Tietjen
Norbert Rilling
 
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