Sorghum für Biogas - Mehrjährige Versuchsergebnisse aus Bayern

Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing führt seit 2005 ein Screening von Sorghumsorten in bester Gäulage (Parabraunerde, schluffiger Lehm, Az 73-76) durch und konnte für etliche von ihnen die prinzipielle Anbaueignung für bayerische Bedingungen konstatieren. So kamen die besonders massewüchsigen Futtersorten von S. bicolor, wie Herkules, Goliath und Biomass 150, auf Erträge, die an die von zeitgleich gesätem Mais aus dem frühreifen Sortiment (Fabregas S210) heranreichten. Allerdings blieben ihre TS-Gehalte häufig unter der angestrebten Marke von mindestens 28 %. Zum Hauptfruchtmais (Agrogas 280) tat sich dagegen eine große Ertragslücke auf, die der höheren Kälteempfindlichkeit von Sorghum und der erforderlichen Verschiebung des frühest möglichen Saattermins in die zweite Maidekade geschuldet ist.

Ein erfolgreicher Sorghumanbau hierzulande steht und fällt mit der Verfügbarkeit von frühreifen Sorten, mit denen sich in der kurzen nutzbaren Vegetationszeit silierfähige Bestände etablieren lassen. Mit Hilfe des am TFZ entwickelten Reifegruppenmodells war es möglich, geeignetes Sorghummaterial aus dem international verfügbaren Sortiment zu identifizieren und klare Anbauempfehlungen abzuleiten. So konnten über die Versuchsjahre mit frühen und mittelfrühen Sorten auch in kühleren Regionen und bei einer Aussaat bis Mitte Juni noch Trockensubstanzgehalte von ≥ 28 % realisiert werden, was sie für einen Zweitfruchtanbau nach Ganzpflanzengetreide prädestiniert. Mittelspäte Sorten erwiesen sich als geeignet für den Hauptfruchtanbau in warmen trockenen Lagen, während späte Sorten ihr Ertragspotenzial unter den hiesigen Bedingungen nur selten ausschöpfen konnten. Die Erträge einzelner Sorten aus dem mittelspäten Segment reichten dabei an die zeitgleich gesäter Maissorten heran. Größere Unterschiede zum Mais ergaben sich in den nach verschiedenen Methoden ermittelten Methanerträgen, wobei die kalkulatorischen Modelle Sorghum deutlich schlechter bewerteten als der Hohenheimer Biogasertragstest.



Copyright: © Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock
Quelle: 6. Rostocker Bioenergieforum (Juni 2012)
Seiten: 4
Preis: € 0,00
Autor: Dr. Karen Zeise
 
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