Anwendung des Tandemmischers am konkreten Beispiel

Im Auftrag des Umweltamtes der Stadt Frankfurt am Main ist die Rytec GmbH für den Betrieb der Deponieentgasung und -gasverwertung der Deponie Dreieich-Buchschlag verantwortlich.
Die Deponie belegt eine Fläche von ca. 40 ha, in die von 1969 bis 1991 etwa 15 Millionen Kubikmeter Abfall, bestehend aus Hausmüll, hausmüllähnlichen Gewerbeabfall, Bauschutt und Baustellenabfällen abgelagert wurden.

Das Schwachgas, charakterisiert durch Methankonzentrationen < 40Vol-%, wird am Standort der Deponie Dreieich-Buchschlag über ein Gebläse angesaugt und mittels einer Hochtemperaturfackel verbrannt. Diese Schwachgasverbrennung soll Gasemissionen über die Deponieoberfläche unterbinden, kann aber nur während Wetterbedingungen erfolgen, bei denen der Berg-Innendruck größer oder gleich dem Umgebungsluftdruck ist. Bei umgekehrten Druckverhältnissen sinkt der Methangehalt unter die für den Fackelbetrieb benötige Methankonzentration von 30 Vol.-% ab. Da die Fackelanlage baugrößenbedingt einen Mindestvolumenstrom von ca. 700m3/h benötigt, ist der Fackelbetrieb durch regelmäßige Unterbrechungen gekennzeichnet. Diese dauern so lange an, bis die Bedingungen für einen Neustart der Fackelanlage wieder gegeben sind.
Seit der Umstellung des Gasbetriebes auf Vollverstromung im Jahr 2002 bestand der Wunsch das bisher abgefackelte Schwachgas sinnvoll zu nutzen, statt es ohne ökonomischen und ökologischen Nutzen verbrennen zu müssen.
Im Vorfeld der Entscheidung zur Nachrüstung eines Tandemmischers wurden von uns folgende alternative Nutzungsmöglichkeiten untersucht:
Mit der Technik des Tandem-Mischers ist es nun möglich, solche niederkalorischen Schwachgase mit 'Standard-Gasmotoren' ohne weitere wesentliche Umbauten zu verstromen.



Copyright: © Verlag Abfall aktuell
Quelle: Band 21 - Stilllegung und Nachsorge von Deponien 2013 (März 2013)
Seiten: 5
Preis: € 0,00
Autor: Jürgen Machnow
 
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