Einfluss von Verpackungen bei der Bestimmung von Lebensmittelabfällen

Die Entsorgung von Lebensmitteln, die ursprünglich für den menschlichen Verzehr geeignet gewesen wären, ist in den letzten Jahren zunehmend in den öffentlichen Blickpunkt gerückt. Angesichts der großen Mengen und des hohen vermuteten Vermeidungspotentials hat auch die Politik Handlungsbedarf erkannt. Die Entwicklung und Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelabfällen erfordert Daten zu Aufkommen und Zusammenset-zung. Diese sind derzeit allerdings noch sehr lückenhaft und mit großen Unsicherheiten behaftet (Parfitt et al. 2010).

Eine naheliegende Möglichkeit, Daten über Lebensmittelabfälle zu erhalten, ist deren Erfassung im Rahmen von Sortieranalysen. Lebensmittel werden dabei meist in ihren Verpackungen erfasst, da eine exakte Trennung oft kaum möglich ist, und sie wichtige Zusatzinformationen liefern. Mittels einer 2-stufigen Sortieranalyse wurde untersucht, wie groß der Anteil an miterfassten Verpackungen an der Stoffgruppe der Lebensmittel und Speisereste ist. Dazu wurde jedes Lebensmittel separat verwogen, fotografiert und wesentliche Informationen in einem Datenblatt erfasst. Die Verpackungsmasse wurde, je nach Datenverfügbarkeit, aus Wiegedaten, Verpackungsangaben zu Nettofüllmenge und geschätztem Füllgrad, oder durch Übertragung der Verpackungsmasse ähnlicher Produkte ermittelt. In 137 Proben wurden 2.262 Lebensmittel und Speisereste vorgefunden. Der Anteil der Verpackungen an den Lebensmitteln und Speiseresten beträgt 7,9 Masse %. Zwar kann dieser für einzelne Produktgruppen durchaus signifikant sein, insgesamt ist er jedoch vernachlässigbar, da sich dadurch der Gesamtanteil der Stoffgruppe am Restmüll nicht signifikant verändert, und zum anderen bei anderen Stoffgruppen weit höhere Verschmutzungsgrade üblicherweise toleriert werden.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 4
Preis: € 2,00
Autor: Dipl.-Ing. Dr. Sandra Lebersorger
Dipl.-Ing. Felicitas Schneider
 
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