Immer wieder wird von Deponien über eine rasch abnehmende Gasentwick-lung berichtet. Es mag dafür viele Gründe geben, die durch den Abbauprozess verursacht wer-den, z.B. eine durch Sauerstoffeintrag vergiftete Biozönose oder ein zu geringer Wassergehalt. Eine Wasserinfiltration könnte die Gasentwicklung wieder intensivieren. Gerade in letzter Zeit wurde aber auch deutlich, dass die Gaserfassung selbst einer Alterung unterworfen ist und durch neue oder zumindest überarbeitete System ersetzt werden sollte. Beispiele aus der Praxis zeigen danach teilweise um nahezu 50 % erhöhte Gasausbeuten.
Unter Umweltschutzgesichtspunkten spielt bei Deponien die Belastung der Atmosphäre mit Deponiegas eine wesentliche Rolle. Die Deponietechnik bietet eine Reihe von Maßnahmen an, um Deponiegasemissionen auf ein akzeptables Maß zu vermindern. Deren Effektivität hängt na-türlich vom Grad der Umsetzung ab. In der Vergangenheit gab es hierbei verschiedene Defizite, was als Konsequenz in Deutschland dazu führte, dass nur noch Abfälle mit geringen Anteilen organischer, abbaubarer Bestandteile deponiert werden dürfen. Offensichtlich war der Gesetz-geber von der Deponieentgasung nicht überzeugt.
Der weitaus größte Teil der CO2-Vermeidung in Deutschland in den letzten Jahren ist auf das Ende der Deponierung organischer Abfälle zurückzuführen. Bei 80 Mio. Einwohnern entspricht ein Deponieende bei einem vorherigen Anteil der Deponierung von 70 % an der Gesamtentsor-gung etwa einer jährlichen CO2-Vermeidung (Erfassung über die gesamte Lebenszeit 25 %) von 71 Mio. Mg (!). Dies entspricht ca. 7,5 % des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland.
Tatsächlich spielt die Umsetzung der emissionsmindernden Maßnahmen in der betrieblichen Praxis eine große Rolle. Diese sind vor allem auf folgende Bereiche gerichtet:
- Einrichtung einer Deponieentgasung einschließlich der Maßnahmen zur Abdeckung,
- Einbau des Abfalls und temporäre Maßnahmen zur Emissionsvermeidung und
- Überwachung und Maßnahmen zur Instandhaltung einschließlich Notfallmaßnahmen.
Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
Quelle: | Depotech 2012 (November 2012) |
Seiten: | 4 |
Preis: | € 2,00 |
Autor: | Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger |
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