Siloxane im Klärgas - Untersuchungen an österreichischen Anlagen

Siloxane sind organische Siliziumverbindungen, also Verbindungen der Elemente Silizium (Si), Sauerstoff (O), Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H). In der Umgangssprache werden Siloxane auch als Silikone bezeichnet. Die Bezeichnung Siloxane ist eine Abkürzung für die Bestandteile Sil(icon), Ox(ygen) und (Meth)ane. Siloxanverbindungen werden rein synthetisch hergestellt, es gibt keine natürlichen Vorkommen (AWEL 2009).

Sie sind allgegenwärtig in einer Vielzahl von industriellen Anwendungen ebenso wie in Kosmetikprodukten mit deutlichem Zuwachs vorhanden. 2002 betrug der Wert der gehandelten Silikonprodukte ca. 8 Milliarden Euro bei einem Produktionsvolumen von 2 Millionen Tonnen (Centre Europeen des Silicones 2010). Bei der energetischen Verwertung kann durch die Verbrennung von Klär-, Deponie oder auch Biogas amorphes Siliziumdioxid entstehen. Dies führt zu Beschädigungen der Gasverwertungsanlagen (Ablagerungen, Bildung von glasartigen Überzügen, Abrasion) (Dewil, Appels et al. 2006; Arnold und Kajolinna 2010). Außerdem reichert es sich im Motorenöl an, was zu kürzeren Ölwechselintervallen führt (Dichtl und Geschwind 2002). Um diesen Gefahren vorzubeugen, werden Siloxane mittels verschiedenster Methoden (am häufigsten mit Aktivkohlefiltern) vor der energetischen Verwertung aus dem Gas entfernt. Obwohl siliziumorganische Verbindungen schon Ende der achtziger Jahre in Deponiegas nachgewiesen und die daraus resultierende Problematik bekannt wurde, führen diese Substanzen noch heute zu Problemen in großtechnischen Anlagen der Abfall- und Abwasserwirtschaft (Schneider 1984; Scharrenbach 2009; Mattersteig, Korf et al. 2010).



Copyright: © TU Dresden - Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft
Quelle: SILOXANE - Siliziumorganische Verbindungen in der Abfallwirtschaft (September 2011)
Seiten: 8
Preis: € 0,00
Autor: Franz Tscheikner-Gratl
Julika Knapp
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Bockreis
 
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