Lösungsansätze und Umsetzungsstrategien für eine nachhaltige Industriegesellschaft

Die vielfältigen Herausforderungen bei der Schaffung einer nachhaltigen Industriegesellschaft kristallisieren sich immer deutlicher heraus und werden inzwischen von allen gesellschaftlichen Kreisen wahrgenommen. Zur Bereitstellung von Strom, Wärme und Mobilität werden bisher überwiegend fossile Rohstoffe eingesetzt. Darüber hinaus dienen die besagten Fossilen als Chemierohstoff und als Reduktionsmittel in metallurgischen Prozessen. In allen Fällen entstehen große Mengen klimaschädigender CO2-Emissionen. Biomasse wird schon jetzt in gewissem Umfang zur Energieversorgung sowie als Ausgangsstoff für Treibstoffe und chemische Produkte genutzt, der größte Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche dient jedoch zur Nahrungsmittelproduktion.

Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung wird die Erzeugung von Lebensmitteln immer wichtiger und den Potenzialen für Biowärme, Biostrom und Biotreibstoff sind wegen der Flächennutzungskonkurrenz Grenzen gesetzt. In einer nachhaltigen Industriegesellschaft der Zukunft könnten die Stromerzeugung und, über die Elektromobilität, auch ein großer Teil des Individualverkehrs allerdings relativ einfach, zum Beispiel durch Windkraft und Solarenergie, erneuerbar gestaltet werden. Raumwärme wird in gut gedämmten Gebäuden kaum noch benötigt, bei der Prozesswärmebereitstellung bestehen noch erhebliche Potenziale zur Effizienzsteigerung. Ökostrom, insbesondere Solar- und Windstrom, könnte zur elektrolytischen Erzeugung von Wasserstoff dienen, welcher dann als alternatives Reduktionsmittel fungiert oder über den so genannten Sabatier-Prozess mit Kohlendioxid zu Methan und eventuell auch zu höheren Kohlenwasserstoffen umgesetzt werden kann. Damit bestünden Alternativen zur Biomasse als bisher einzigem regenerativen Ausgangsstoff für die Kohlenstoffchemie. Dass sich nachhaltiges Wirtschaften nicht auf die geläufigen Debatten um die knappen Energierohstoffe und die Klimaveränderung beschränkt, sondern auch und gerade metallische und mineralische Rohstoffe einschließen muss, ist in Fachkreisen schon länger bekannt. Bisher werden zur Herstellung von Metallen, Baustoffen oder speziellen anorganischen Verbindungen zumeist natürliche Rohstoffe abgebaut und verarbeitet. Mittlerweile wird die damit verbundene Problematik auch der breiten Öffentlichkeit bewusst, da wichtige Förderländer ihre nationalen Interessen in den Vordergrund stellen und die sich ihnen bietende Position zu ihren Gunsten nutzen.



Copyright: © IWARU, FH Münster
Quelle: 12. Münsteraner Abfallwirtschaftstage (Februar 2011)
Seiten: 9
Preis: € 0,00
Autor: M.Sc. Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Egner
Dipl.-Ing. Markus Köglmeier
Prof. Dr. Mario Mocker
Dipl.-Ing. Stephanie Pfeifer
Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich
 
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