Die mikrobielle Methanoxidation in der Natur ist bereits seit langem bekannt. In der Deponietechnik spielt sie seit etwa Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine Rolle, nachdem Hoecks seine Erkenntnisse über die Methanoxidation in der Umgebung von Lecks an Gasleitungen auf Deponien übertrug. Bereits damals wurde bei eigenen Untersuchungen mit Abfallproben aus einer Abfalldeponie festgestellt, dass das Methanoxidationspotenzial in der Größenordnung von 12 l Methan pro Mg Abfall und Stunde liegt. Bei Übertragung auf eine Abfallschicht an der Oberfläche einer Deponie und Annahme einer gewissen aktiven Schichtdicke würde sich daraus eine Oxidation des Methans von ca. 5 l/m².h ergeben.
Insgesamt scheint sich die Methanoxidation in der Rekultivierungsschicht zu bewähren. Allerdings liegt auch hier der Teufel im Detail. Überall dort, wo es zu konzentrierten Gasaustritten kommen kann, lassen sich auch mit dem FID erhöhte Befunde messen. Dies ist z.B. an Trockenrissen, über Gasdränagen, an Pegeln, an Übergängen von Schächten zum Boden bzw. an Übergängen von Rohrleitungen in den Böden der Fall. Selbst Nagetiergänge können zu Orten erhöhter Emissionen werden (Problem 'hot spots').
Dies erfordert nicht nur eine sorgfältige Detailplanung sondern auch einen gewissen Unterhaltungsaufwand an der Rekultivierungsschicht und zwar zumindest so lange, bis die Gasentwicklung deutlich zurückgegangen ist. In den hier dargestellten Beispielen scheint das nach ca. 10 Jahren durchaus schon der Fall zu sein.
Methanoxidation in der Rekultivierungsschicht als passive Entgasung ist damit keine Billiglösung, aber eine solche, die zumindest langfristig dem Deponiebetreiber eine nachsorgearmes Konzept bietet.
Copyright: | © Verlag Abfall aktuell |
Quelle: | Band 20 - Stilllegung und Nachsorge von Deponien 2011 (Januar 2011) |
Seiten: | 9 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger Dipl.-Ing. Stepanka Urban-Kiss |
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