In der Türkei wird die Wasserkraft seit einigen Jahren aufgrund eines sehr stark steigenden Energiebedarfs in großem Umfang ausgebaut. Insbesondere Wasserkraftanlagen mit geringer bis mittlerer Leistung bis ca. 50 MW sind hierbei von Bedeutung. Die besonderen türkischen Gegebenheiten beim Genehmigungsverfahren und dem gesamten Planungsablauf spielen eine entscheidende Rolle beim Einstieg in den türkischen Wasserkraftmarkt.
Die Türkei besitzt ein sehr großes Wasserkraftpotenzial, das großteils noch nicht erschlossen ist. In den letzten Jahren wurde der Energiemarkt in der Türkei, der zuvor fest in staatlicher Hand war, privatisiert. Insbesondere im Bereich der Wasserkraft drängen infolgedessen seit einigen Jahren zahlreiche Projektentwickler und Investoren auf den türkischen Markt. Daher sind derzeit in der Türkei über 1 500 Wasserkraftanlagen in Planung beziehungsweise bereits im Bau. Aufgrund des starken Energiebedarfs und den daraus resultierenden günstigen Randbedingungen von Kraftwerksprojekten zahlen sich Investitionen mit einer verhältnismäßig hohen Rendite aus. Dabei profitieren Investoren und Bauherren von in der Regel günstigen Bau- und Betriebskosten. Mit einem wirtschaftlich nutzbaren Wasserkraftpotenzial von ca. 125 000 GWh/a schneidet die Türkei beispielsweise im Vergleich zu Deutschland mit etwa 27 000 GWh/a und Österreich mit ca. 50 000 GWh/a unbestritten gut ab. Die Türkei nutzt bislang lediglich ca. 35 % dieses Potenzials, wohingegen Deutschland dieses bereits nahezu komplett und Österreich bereits zu ca. 70 % ausgeschöpft haben.
Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
Quelle: | Wasserwirtschaft 04 / 2010 (April 2010) |
Seiten: | 3 |
Preis: | € 10,90 |
Autor: | Dr.-Ing. Beate Kohler Prof. Dr.-Ing. Stephan Heimerl Dr.-Ing. Ronald Haselsteiner |
Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
Artikel weiterempfehlen | |
Artikel nach Login kommentieren |
carboliq® - Direktverölung gemischter Kunststoffabfälle
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Forderung nach Klimaneutralität dominiert die globale Diskussion über die Zukunft der Industriegesellschaft. Damit einher geht auch die Frage, wie der
Umgang mit Kunststoffen in Zukunft erfolgen wird.
Nutzungskonflikt zwischen Carbon-Capture-Anlagen und Fernwärme?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Mit 17 Standorten verfügt EEW über eine Verbrennungskapazität von ca. 5 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr.
Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Deutschland im internationalen Vergleich - Spitzenplatz oder nur noch Mittelmaß?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Neben der Umstellung der künftigen Energieversorgung auf ein zu 100 % erneuerbares Energiesystem ist die Abfall- und Kreislaufwirtschaft die zweite zentrale Säule im Rahmen der globalen Transformation in eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft.