Lawineneinstoß in einen Speichersee - Vergleich numerisches und physikalisches Modell

Im Hinblick auf eine vollständige Risikoanalyse von Stauanlagen ist insbesondere im Alpenraum das Gefährdungspotenzial von durch Lawineneinstöße induzierten Impulswellen zu prüfen. Um eine Überspülung des Dammkörpers verhindern zu können, muss der kritische Absenkwasserspiegel bekannt sein. An Hand einer beispielhaften Wehranlage und dem dazugehörigen Speicher wurden für diesen Beitrag die physikalischen Modelluntersuchungen numerisch nachgebildet und verglichen. Ziel der Untersuchung war es unter anderem, den Nachweis der Gleichwertigkeit der beiden unterschiedlichen Untersuchungsmethoden zu erbringen.

Speicherseen gehören in einigen alpinen Regionen zu den prägenden Landschaftselementen. Sie dienen meist der Speicherung und der Erzeugung von elektrischer Energie und sind oft auch wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes. Im Zuge der aktuellen Erfordernisse des Energiemarktes befinden sich derzeit eine Reihe neuer Speicher in Planung. Zudem erhöht sich durch den Wunsch nach einer flächendeckenden Beschneiung von Pisten und Loipen die Anzahl von kleinen bis mittleren Speicherseen. Die Gefahr für eine Speicheranlage durch Fels-oder sogar Bergstürze in den Staubereich kann durch entsprechende geologische Untersuchungen und die daraus resultierende Situierung des Bauwerks bzw. technische Sicherungsmaßnahmen weitgehend vermieden werden. Wesentlich schwieriger ist es, die Gefahr eines Lawineneinstoßes in den Speichersee zuverlässig zu vermeiden. Lawinen können an ausreichend steilen Hängen unterschiedlicher Exposition und Höhenlage entstehen. Es erfordert einen hohen Aufwand, die Schneedecke in allen potenziellen Anbruchgebieten unter allen meteorologischen Randbedingungen zu stabilisieren. An vielen Anlagen im Alpenraum ist daher grundsätzlich mit dem Auftreten von Lawineneinstößen zu rechnen. Die durch die einstoßenden Schneemassen erzeugte Impulswelle im Speicher kann bei ungünstigen Konstellationen zu einem Überspülen des Absperrbauwerkes und im schlimmsten Fall zu dessen Beschädigung führen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 05 / 2010 (Mai 2010)
Seiten: 4
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Dr. Roman Gabl
Dipl.-Ing. Gerhard Kapeller
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Markus Aufleger
 
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