Jährlich fallen in Deutschland ca. 240 Mio. t mineralische Abfälle an, die zu einem überwiegenden Teil baulich - also stofflich - verwertet werden. Im Gedanken, die Verwertung mineralischer Abfälle einheitlich zu regeln, hat die Bundesregierung beschlossen, unterschiedliche Rechtsnormen zu ändern und zu ergänzen. Bisher angewandte Handlungsempfehlungen wie das LAGA Merkblatt M20 sollen durch rechtverbindliche Normen mit Verordnungsstatus ersetzt werden.
Zur Beurteilung mineralischer Abfälle zur Verwertung wird derzeit in Deutschland die ErsatzbaustoffV entwickelt. Für die chemische Bewertung der Materialien soll die Elution nach S4 durch einen Perkolationstest ersetzt werden, der auf den Grundlagen der Sickerwasserprognose nach BBodSchV fußt. Die beiden Verfahren sind sowohl hinsichtlich der Untersuchungsergebnisse als auch der anzusetzenden Grenzwerte nicht vergleichbar. Untersuchungen von Ziegeln zeigen die Differenzen zwischen den Methoden am Beispiel des Vanadiums auf, dessen Konzentration im Perkolat sehr viel höher war als im vergleichenden Elutionstest. Außerdem zeigen sich für die Perkolation Grenzen, insbesondere bei feineren Materialien. Die Untersuchung von Gießereisanden und Stäuben mittels Perkolationstest musste abgebrochen bzw. stark modifiziert werden, weil die Materialien durch quellfähige Bestandteile die Apparatur verschlossen.
Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben |
Quelle: | Depotech 2008 (November 2008) |
Seiten: | 4 |
Preis: | € 2,00 |
Autor: | Dr. Birte M. Pfeiffer Dr. André Michels Prof. Dr. habil. Stefan A. Gäth |
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