Export mit Risiken - Marktbereinigung in der Papierbranche

Die Wirtschaftskrise hat auch die deutsche Recyclingbranche erreicht. Doch sie reagiert weder mit Panik noch mit Weltuntergangsprognosen. Und wenn China als wichtigstes Importland deutscher Recyclingrohstoffe die Schotten teilweise dicht gemacht hat, so kann das zur Marktbereinigung führen. Drei Unternehmen beziehen Stellung zur Situation in Deutschland. Lutz Siewek ist Geschäftsführer bei der Nehlsen GmbH & CO. KG in Bremen und dort verantwortlich für das Rohstoffgeschäft des Unternehmens.

Foto: M. Boeckh(28.02.2009) ENTSORGA-Magazin: Hat die Wirtschaftskrise nun auch die Recycling-Industrie erreicht?

Lutz Siewek: Erreicht hat sie die Recyclingbranche aus meiner Sicht bereits im November letzten Jahres. Der Rohstoffbereich hat als erstes gespürt, wie stark die Märkte doch miteinander vernetzt sind. Die Preisbildung in Deutschland ist ja sehr stark von den asiatischen Märkten abhängig. Die Exportnachfrage bestimmt weitgehend die Preise in Deutschland. Aber: Dass die deutsche Papierindustrie so massiv unter Druck geraten ist, hat ja zwei Gründe: Einerseits war es die sinkende Nachfrage im Produktbereich, andererseits aber auch die selbst verschuldete Überproduktion.

 

ENTSORGA: Wie ist diese Überproduktion zu erklären?

Siewek: Wir kennen das Phänomen aus der Automobilindustrie. Es gibt einfach zu viele Produkte auf dem Markt. So kann der Abnehmer den Preis drücken. Hier ist die Papierindustrie größtenteils selbst schuld. Auf der anderen Seite sinkt durch die Überproduktion von Neuware zwar nicht die benötigte Altpapiermenge, aber sie verliert an Marktwert - die Preise brechen ein...
Unternehmen, Behörden + Verbände: Nehlsen GmbH & CO. KG
Autorenhinweis: Das Interview führte Martin Boeckh
Foto: M. Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Januar/Februar 2009 (Februar 2009)
Seiten: 4
Preis: € 0,00
Autor: Martin Boeckh
 
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