Auswirkungen der Deponieverordnung 2008 auf die steirische Abfallwirtschaft

Nach mehrjähriger Planungs- und Entwurfsphase, mit teils schwierigen Verhandlungen zwischen Bund, Ländern und Entsorgungswirtschaft, wurde am 30. Jänner 2008 die Neufassung der Deponieverordnung im Bundesgesetzblatt 39/2008 kundgemacht und am 1. März 2008 in Kraft gesetzt (DVO 2008). Durch die umfangreichen Neuerungen im Bereich der Abfalldeponierung, die teilweise aus der verpflichtenden Umsetzung EU-rechtlicher Vorgaben, wie der Deponierichtlinie, oder der Ratsentscheidung zur Festlegung von Kriterien und Verfahren für die Annahme von Abfällen auf Deponien resultieren, sind zum Zeitpunkt der vollständigen Umsetzung der Verordnungsinhalte (01.07.2009) grundlegende Änderungen in der bisherigen Praxis der Abfalldeponierung in Österreich zu erwarten (DepR 1999, REAA 2003).

Die Fachabteilung 19D hat die Ingenieurgemeinschaft IUT, Seebenstein, beauftragt, die Auswirkungen der Deponieverordnung 2008 auf die steirischen Deponiestandorte zu untersuchen, um für die Fortschreibung des Landesabfallwirtschaftsplanes im Jahr 2010 entsprechende Planungsgrundlagen zur Verfügung zu haben. Vorrangiges Ziel war es herauszufinden, ob und in welchem Ausmaß ein Einfluss auf die Entsorgungssicherheit für die Steiermark durch das Inkrafttreten der Deponieverordnung 2008 abgeleitet werden kann. Die bislang vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass es insbesondere im Bereich der steirischen Baurestmassendeponien zu einem massiven Verlust an Deponievolumen ab dem zweiten Halbjahr 2009 kommen wird. Grund dafür ist primär das Fehlen von entsprechenden Deponiebasisabdichtungen bei den derzeit in Betrieb befindlichen Baurestmassendeponien. Darüberhinaus ist mit Kostensteigerungen um den Faktor 10 (!) für die Abfalluntersuchungen zu rechnen.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2008 (November 2008)
Seiten: 6
Preis: € 3,00
Autor: Hofrat Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Himmel
Dipl.-Ing. Josef Mitterwallner
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.