In den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Deponiegasemissionen nicht nur wegen der mit ihnen einhergehenden Explosionsgefahr und Geruchsbelästigung vermieden werden sollten, sondern vor allem wegen des Beitrags des darin enthaltenen Methans zum Klimawandel. Die Verminderung von Methanemissionen stellt einen besonders wirksamen Beitrag zum Klimaschutz dar, da dieses Gas ein hohes Treibhausgaspotenzial und gleichzeitig eine kurze atmosphärische Lebensdauer hat, sodass sich die Emissionsreduzierungen bereits nach relativ kurzer Zeit auswirken.
Der Einsatz der biologischen Methanoxidation wird in den letzten Jahren in zunehmendem Maße als Verfahren zur Verminderung von Schwachgasemissionen aus Deponien und Altablagerungen diskutiert und erforscht. Um die tatsächlich in der Abdeckschicht oxidierte Methanmenge nachweisen und optimieren zu können, besteht ein Bedarf an quantitativen Messmethoden, mit denen die methanotrophe Aktivität in situ gemessen werden kann. Als möglicher Ansatz hierfür wurde die von Urmann et al. (2005) vorgestellte Methode der Gas-Push-Pull-Tests (GPPTs) für die Bedingungen in Deponieabdeckschichten optimiert und erfolgreich angewendet. Während eines GPPT wird ein Gasgemisch, welches aus einem oder mehreren Reaktivgasen (z. B. CH4, O2) und einem oder mehreren inerten Tracergasen (z. B. Argon) besteht, mittels einer Gaslanze in den Boden eingebracht. Anschließend wird an der gleichen Stelle die Bodenluft, die jetzt aus einem Gemisch aus dem injizierten Gasgemisch und der zuvor vorhandenen Bodenluft besteht, extrahiert und periodisch beprobt. Aus den unterschiedlichen Verläufen der Durchbruchskurven der Tracer und Reaktivgase können kinetische Parameter des biologischen Abbaus ermittelt werden.
Copyright: | © Wasteconsult International |
Quelle: | Praxistagung Deponie 2008 (Dezember 2008) |
Seiten: | 14 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Dr.-Ing. Jan Streese-Kleeberg |
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