Beurteilung von Grundwasserbelastungen im Umfeld von Deponien - Fallbeispiele aus der Gutachterpraxis

Deponien sollen so geplant, errichtet und betrieben werden, dass durch die Wirkung mehrerer unabhängiger Barrieren die Freisetzung und Ausbreitung von Schadstoffen nach dem Stand der Technik verhindert wird (TASi Nr. 10.1). Dennoch kommt es immer wieder vor, dass im Umfeld von Deponien - und insbesondere im Umfeld von Altablagerungen - Grundwasserbelastungen festgestellt werden.

Je nach dem rechtlichen Status der Deponie bzw. Altablagerung greifen die Grundsätze des Vorsorgeprinzips oder der Gefahrenabwehr. Als Reaktion auf festgestellte (Schad-)Stoffe im Grundwasser werden aus Sicht des Grundwasserschutzes häufig Sicherungsmaßnahmen in Form des Baus oder der Ertüchtigung von Barrieren gefordert. Beim Bau von Barrieren für Deponien oder Altablagerungen (Basisabdichtungen, aber auch Dichtwände und Oberflächenabdichtungen) wird in der Regel als selbstverständlich vorausgesetzt, dass deren Wirkung nachhaltig und hundertprozentig ist. - Aus unterschiedlichen Forschungsprojekten zu Oberflächenabdichtungen ist andererseits bekannt, dass Abdichtungen keineswegs immer ihre anfängliche Dichtigkeit behalten. Im Gegenteil: Insbesondere Oberflächenabdichtungen sind vielfältigen Einwirkungen ausgesetzt. Austrocknung und Durchwurzelung können die Wirksamkeit mineralischer Dichtungen schon nach wenigen Jahren beeinträchtigen; aber auch Kunststoffdichtungsbahnen haben nur eine endliche Lebensdauer. Bei der Auswahl von Sanierungs-/Sicherungsmaßnahmen und bei der Bewertung von deren Erfordernis ist es notwendig, nicht nur den aktuellen Zustand zu betrachten, sondern auch die künftigen Veränderungen des Stoffpotenzials und des Transmissionspotenzials in die Beurteilung mit einzubeziehen. Hierbei gibt es einige grundlegende Unterschiede zwischen (Alt-)Deponien und industriellen Altlasten. Als Gutachter der LGA sind wir sowohl an Maßnahmen des Deponiebaues beteiligt als auch an Fragen der Untersuchung und Beurteilung des Grundwassers im Deponieumfeld.



Copyright: © Bayerisches Landesamt für Umwelt
Quelle: Deponieseminar 2008 - Aktuelles und Erfahrungen aus der Praxis (September 2008)
Seiten: 9
Preis: € 0,00
Autor: Dr. Wolf Ulrich Henken-Mellies
 
 Artikel nach Login kostenfrei anzeigen
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.