Aufgabe einer Kläranlage ist die Reinigung von Abwasser, das durch den häuslichen, gewerblichen und industriellen Gebrauch verunreinigt wurde. Ziel ist es, die Abwasserreinigung zu möglichst niedrigen Kosten durchzuführen. Die hierfür erforderliche Technik hat sich über viele Jahrzehnte entwickelt und ist in ihren Grundelementen standardisiert. Man unterscheidet den Bereich 'Abwasserreinigung' und den Bereich 'Behandlung der Schlämme aus der Abwasserreinigung', in dem die bei der Reinigung anfallenden organischen Reststoffe verarbeitet werden.
In der Betriebsführung der kommunalen Kläranlage Moosburg werden neue Wege mit dem Ziel beschritten, die Anlage mit erneuerbarer Energie aus biogenen Abfallstoffen zu betreiben und den Klärschlamm in einen Energieträger vergleichbar mit Braunkohle umzuwandeln. Dies erfolgt durch Nutzung der bestehenden Infrastruktur für die Klärschlammbehandlung, die durch eine Klärschlammtrocknung erweitert wurde. Durch Covergärung mit biogenen gewerblichen Abfällen wird die Biogaserzeugung in der Endausbaustufe bis auf das Fünffache der ursprünglichen Menge gesteigert. Die Eignung der möglichen organischen Reststoffe wird über die Simulation der biochemischen Prozesse nach Zugabe dieser Einsatzstoffe untersucht und deren Eignung oder Ausschluss festgestellt. In der Endausbaustufe wird die Stickstofffracht aus dem Zentratwasserrücklauf durch eine Hochlastbiologie limitiert. Die Nutzung des Biogases erfolgt durch BHKW auf Basis von Gasmotoren und einer Brennstoffzelle, wobei die Wärme in der Anlage selbst genutzt, der erzeugte Strom in das Netz eingespeist wird.
Copyright: | © BIUKAT - Bayerisches Institut für Umwelt- und Kläranlagentechnologie e.V. |
Quelle: | 1. Moosburger Umwelttechnikforum (November 2007) |
Seiten: | 9 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Dr. Ing. Klemens Finsterwalder |
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