Für die Phosphorrückgewinnung im Bereich kommunaler Kläranlagen stehen vier Stoffströme zur Verfügung. Das Rückgewinnungspotenzial für Deutschland liegt bei ca. 15.000 bis 27.000 Mg P/a. Bislang wurden nur wenige verfahrenstechnische Ansätze im großtechnischen Maßstab realisiert.
Die stoffliche Verwertung von Klärschlamm in der Landwirtschaft wird in Deutschland durch die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) und das Düngemittelrecht geregelt. Seit mehreren Jahren werden insbesondere die in § 4 AbfKlärV festgelegten moderaten Schwermetallgrenzwerte kritisch hinterfragt. Es ist heute wahrscheinlich, dass die bestehenden Grenzwerte für Maximalgehalte von Schwermetallen in Klärschlamm durch die Verordnungsnovelle [3] verschärft sowie Grenzwerte für zusätzliche Parameter eingeführt werden, die den neuen Erkenntnissen über das Gefährdungspotenzial organischer Schadstoffe Rechnung tragen. Durch diese erhöhten Anforderungen an die Klärschlammqualität werden zukünftig geringere Klärschlammmengen landwirtschaftlich genutzt werden können. Gemäß der DWA-Klärschlammerhebung wurden noch im Jahr 2003 in der Landwirtschaft 31,5 % und im Landschaftsbau weitere 25,5 % der jährlich ca. 2,3 Mio. Mg TS Klärschlamm verwendet [1, 2]. Bereits heute haben sich diese Anteile zu Gunsten der thermischen Klärschlammentsorgung reduziert, und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Die für die Landwirtschaft spätestens nach einer Gesetzesverschärfung nicht mehr zur Verfügung stehenden Nährstoffe aus dem Klärschlamm müssen durch den vermehrten Einsatz anderer mineralischer Stickstoff- und Phosphordünger aufgefangen werden. Dies eröffnet jedoch ein neues Problemfeld, da die Phosphorvorräte der Erde in der heutigen Form begrenzt sind. Zudem verschlechtert sich die Qualität der abgebauten Phosphaterze mit fortschreitender Ressourcenerschöpfung, sodass vermehrt cadmium- und uranhaltige Erze gefördert werden. Als Lösungsansatz werden daher etwa seit Beginn des 21. Jahrhunderts in Deutschland verstärkt Möglichkeiten der Phosphorrückgewinnung aus sekundären Quellen erforscht, wobei insbesondere Abwasser und Klärschlamm im Fokus stehen.
| Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
| Quelle: | Wasser und Abfall (01/2008) (Januar 2008) |
| Seiten: | 4 |
| Preis: | € 10,90 |
| Autor: | Dr.-Ing. David Montag Dr.-Ing. Katrin Gethke-Albinus (geb. Gethke) Dipl.-Ing. Heinrich Herbst Univ.-Prof. Dr.-Ing. Johannes Pinnekamp |
| Diesen Fachartikel kaufen... (nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links) | |
| Artikel weiterempfehlen | |
| Artikel nach Login kommentieren | |
Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.
Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.
Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.