Unsicherheiten in der Hochwasserrisikoanalyse am Beispiel der Gemeinden Döbeln und Eilenburg an der Mulde/ Sachsen

Durch Hochwasser entstehen vor allem in besiedelten Gebieten hohe Schäden für die Volkswirtschaft. Dabei ist die Höhe der Schäden nicht nur von der Überflutungsdauer und dem Wasserstand Gefährdung), sondern im Wesentlichen von der Art der Nutzung des betroffenen Bereiches (Vulnerabilität) abhängig. Die Bestimmung der Höhe des Schadens und des Risikos (Gefährdung x Vulnerabilität) ist Gegenstand dieser Arbeit. Für die Studie wurden die Gemeinden Döbeln (Freiberger Mulde) und Eilenburg (Vereinigte Mulde) in Sachsen betrachtet. Die Wasserspiegellagenberechnung wurde mit dem 2-dimensionalen hydrologischen Modell LISFLOOD-FP durchgeführt. Die anschließenden Berechnungen basieren auf den ATKIS- und CORINE-Landnutzungsdaten und orientieren sich an vorhandenen Studien zur Risikoanalyse. Es hat sich gezeigt, dass sich die Risiken mit den ATKIS-Landnutzungsdaten besser beschreiben lassen, da diese für eine Analyse im mesoskaligen Bereich eine ausreichende Auflösung bieten.

In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, zu welchen Unterschieden es in der Schadenberechnung kommt, wenn verschiedene Landnutzungsdaten bzw. Anfälligkeitsfunktionen verwendet werden. Es hat sich gezeigt, dass die Unsicherheiten bei der Anwendung unterschiedlicher Landnutzungsdaten (CORINE, ATKIS) geringer ausfallen, als bei der Anwendung unterschiedlicher Anfälligkeitsfunktionen auf die gleichen Landnutzungsdaten. In Bild 17 sind die Un sicherheitsbereiche für Döbeln (links) und Eilenburg (rechts) dargestellt. Im Vergleich mit den realen Schäden des Hochwassers im August 2002 zeigten alle drei Varianten eine zu geringe Schadenabschätzung, wobei zu beachten ist, dass nur die immobilen Werte berechnet wurden. Es wurde deutlich, dass eine Mischung der Funktionen vermieden werden sollte. Die Variante, bei der Anfälligkeitsfunktionen, die für die CORINE-Landnutzung entwickelt wurden, auf die ATKIS-Landnutzungsdaten angewendet wurden, führte zu den geringsten Schäden.



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 01 / 2008 (Januar 2008)
Seiten: 11
Preis: € 11,00
Autor: Ina Pech
Dr. Heiko Apel
Dr. Annegret H. Thieken
Dr.-Ing. Karl-Erich Lindenschmidt
 
 Diesen Fachartikel kaufen...
(nach Kauf erscheint Ihr Warenkorb oben links)
 Artikel weiterempfehlen
 Artikel nach Login kommentieren


Login

ASK - Unser Kooperationspartner
 
 


Unsere content-Partner
zum aktuellen Verzeichnis



Unsere 3 aktuellsten Fachartikel

Stand der Pumpspeicher in Deutschland 2025
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Infolge des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist ein erhöhter Speicherbedarf im Stromverbundnetz notwendig. Hierdurch steigt die Bedeutung von Pumpspeichern als bis auf weiteres einzige Möglichkeit für eine großmaßstäbliche Stromspeicherung.

Pumpspeicherkraftwerke - Empfehlungen zur Verkuerzung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren in Deutschland
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Die Genehmigungsverfahren sind sehr komplex sowie mit hohen Kosten und rechtlichen Unsicherheiten verbunden und dauern oftmals mehr als zehn Jahre.

Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg - Sanierung des Oberbeckens
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2025)
Im Rahmen der Revitalisierung des Pumpspeicherwerks Happurg haben im September 2024 auch die Arbeiten zur Sanierung des zugehörigen Oberbeckens begonnen.