Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Sicherheitsaspekte in der Praxis bisher nicht immer mit der notwendigen Sorgfalt beachtet wurden. Dies zeigt sich an der erhöhten Anzahl von Störfällen an Biogasanlagen. Letztlich führen aber gerade diese Störfälle in den letzten Monaten zu einem erhöhten Bewusstsein für Sicherheitsfragen bei Anlagenbauern, Planungsbüros und Betreibern. Dies ist eine gute Grundlage für die Einhaltung der wichtigsten Regeln im Bereich der Sicherheitstechnik und des Arbeitsschutzes. Diese Änderung des Bewusstseins ist eine wesentliche Basis für die Erhaltung des guten Images der Biogastechnik und den weiteren Ausbau.
In letzter Zeit häufen sich die Störfälle an Biogasanlagen. Das verhängnisvollste Beispiel hierfür ist der Unfall in Rahdereistedt (Niedersachsen), bei dem auf Grund einer Schwefelwasserstoffvergiftung insgesamt vier Personen tödlich verunglückten und über elf Personen leicht oder schwer verletzt wurden. Weitere Beispiele sind die Biogasanlage in Schlettau (Sachsen) und die Biogasanlage in Abtsgemünd (Baden Württemberg), bei denen mehrere tausend Liter Substrat in die Umwelt gelangten oder die Biogasanlage in Garmshausen (Niedersachsen), bei der ein Brand ausbrach. Gründe für die Häufung von Unfällen an Biogasanlagen liegen zum Einen an der Zunahme der Anlagenzahl zum Andern an einem gewissen Unbewusstsein für Sicherheitsaspekte bei Betreibern und Anlagenplanern. Durch diese Unfälle besteht die Gefahr, der Diskreditierung der bislang noch als positiv angesehenen Biogastechnik. Damit geht eine Erhöhung des Widerstands in der Öffentlichkeit gegenüber neuen Projekten einher.
Copyright: | © Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft - TU Dresden |
Quelle: | Band 46 - Anaerobe biologische Abfallbehandlung (September 2006) |
Seiten: | 7 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Dr.-Ing. Thomas Fritz Dr.-Ing. Sarah Gehrig Prof. Dr. Michael Nelles |
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